Lebenslauf mit Deckblatt – ja oder nein?

Ob Sie dem Lebenslauf für Ihre Bewerbung ein Deckblatt hinzufügen wollen, ist Geschmackssache. Das gilt auch, wenn Sie den Lebenslauf online erstellen. Wenn ja, enthält es typischerweise

  • ein größeres, professionelles Bewerbungsfoto,
  • Adressdaten,
  • persönliche Daten wie Geburtsdatum, Familienstand, Kinder,
  • ein paar Stichworte zur Charakterisierung Ihrer Person.

Ein Deckblatt vermittelt einen sehr dominanten optischen ersten Eindruck beim Lebenslauf für Bewerbungen. Daher sollten Sie dem Foto und der Formulierung der Sie charakterisierenden Stichworte besondere Aufmerksamkeit widmen. Wenn Sie sich hier nicht sicher sind, verzichten Sie lieber auf das Deckblatt und integrieren Sie persönliche Daten und Bewerbungsfoto in den Lebenslauf.

Aufbau eines Lebenslaufs: Ordnen Sie Ihr Dasein!

Es gibt zwar keine feste Norm für den Aufbau eines Lebenslaufs, dennoch hat sich die Form eines tabellarischen Lebenslaufes durchgesetzt. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Die chronologische und die angelsächsische Variante. Ganz gleich, welche Sie wählen: Bedenken Sie, dass jeder Lebenslauf auch eine „Arbeitsprobe“ ist. Wie formulieren Sie? Wie strukturieren Sie? Wie stellen Sie sich dar?

Der chronologische Lebenslauf

  • beginnt bei der Darstellung Ihrer beruflichen Stationen mit dem Berufsstart
  • betont den logisch-konsequenten Faden Ihrer Laufbahn
  • eignet sich für Berufsanfänger und wenn die aktuelle Tätigkeit nicht ganz so perfekt zum ausgeschriebenen Stellenprofil passt

Die angelsächsische Variante

  • beginnt bei der Darstellung Ihrer beruflichen Stationen mit Ihrer aktuellen Position
  • fokussiert stärker auf Ihr aktuelles Tätigkeitsfeld
  • eignet sich, wenn Sie schon viele berufliche Stationen hinter sich haben und frühere Tätigkeiten nicht mehr so relevant sind

Lebenslauf (online) erstellen: Hierauf sollten Sie achten!

Berücksichtigen Sie beim Lebenslauf erstellen bzw. Lebenslauf online erstellen die folgenden Prinzipien:

Übersichtlichkeit

  • Der Leser sollte schnell Ihre beruflichen Stationen erfassen können.
  • Erleichtern Sie das Verständnis durch eine klare Gliederung.
  • Stellen Sie Zusammengehörendes auch zusammen dar.
  • Setzen Sie verschiedene Stationen optisch, ggf. per Rubrizierung, voneinander ab.

Vollständigkeit

  • Ihr Lebenslauf sollte keine Lücken enthalten, diese führen immer zu Spekulationen.
  • Benennen Sie Pausen und erläutern Sie sie (z. B. Weltreise, Kindererziehung, berufliche Neuorientierung).
  • Erwähnen Sie Nebenjobs und Praktika nur dann, wenn Sie noch keine große Berufserfahrung vorweisen können oder eine Lücke im Lebenslauf entstehen würde.

Zeiten der Arbeitslosigkeit

  • Stellen Sie diese als aktive berufliche Neuorientierung dar.
  • Erwähnen Sie dabei evtl. Weiterbildungs-/Fortbildungszeiten, Projekte als Selbständige/r.
  • Vermeiden Sie den Eindruck der Passivität.

Prägnanz in der Aussagekraft

  • Stellen Sie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen prägnanter Kürze und inhaltlicher Aussagekraft her.
  • Ein tabellarischer Lebenslauf auf einer Seite, in der nur der Arbeitgeber und Ihre Funktionsbezeichnung (z. B. Assistenzarzt Innere Medizin, Pflegehelfer, Stationsleitung) erwähnt ist, ist wenig aussagefähig.
  • Schreiben Sie eine kurze, stichwortartige Information über den Arbeitgeber, wenn dieser nicht allgemein bekannt ist (z. B. Akutklinik der Grund- und Regelversorgung mit 320 Betten, privater Pflegedienst mit 5 Standorten und 50 Mitarbeitern).
  • Ergänzen Sie ggf. Informationen über die Abteilung (Tätigkeit als Pfleger in einer IMC-Station mit 10 Betten).
  • Erläutern Sie die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeiten in Stichworten, wenn diese über das allgemein mit der Stellenbezeichnung verbundene Aufgabenprofil hinausgehen.
  • Erwähnen Sie die Schwerpunkte Ihrer Ausbildung/Ihres Studiums und eventueller Praktika, wenn Sie Berufsanfänger sind.

Sorgfalt und Fehlerfreiheit

  • Formulieren Sie sorgfältig, sprachlich und grammatikalisch fehlerfrei.
  • Schauen Sie Ihren Lebenslauf mehrfach an und lassen Sie ihn von jemandem kritisch gegenlesen (Vier-Augen-Prinzip).
  • Achten Sie auf ein einheitliches Erscheinungsbild bei Schrifttyp, Einrückungen, Tabstopps, Absatzabständen und Aufzählungen.

Ansprechende Gestaltung

  • Bringen Sie mit der optischen Gestaltung Seriosität, Klarheit und logisches Denken zum Ausdruck.
  • Setzen Sie Zeitangaben vom sonstigen Text klar ab, z. B. durch eine eigene Spalte links.
  • Trennen Sie verschiedene Arbeitgeber durch Absätze klar voneinander.
  • Lassen Sie optisch deutlich erkennen, wenn Sie den Arbeitgeber gewechselt oder wenn Sie nur innerhalb des gleichen Arbeitgebers eine neue Position eingenommen haben.
  • Arbeiten Sie bei Bedarf mit unterschiedlichen Schriftgrößen oder Grautönen.
  • Achten Sie auf eine durchgängig einheitliche Darstellung.

Checkliste: Was muss alles im Lebenslauf stehen?

Die Checkliste dient als Vorschlag, die Ihrer eigenen Gestaltung unterliegt. Gleichwohl sollten Sie möglichst auf Vollständigkeit beim Aufbau des Lebenslaufs achten. Wir stellen Sie Ihnen als Download zur Verfügung:

Download Checkliste Lebenslauf

Aufbau Lebenslauf: Inhalte

Persönliche Daten

  • Vor- und Zuname, ggf. Titel, ggf. Geburtsname
  • Anschrift
  • Telefonnummer (Festnetz/Mobil)
  • E-Mail-Adresse
  • Geburtsdatum und -ort
  • Staatsangehörigkeit
  • Religionszugehörigkeit (wichtig bei kirchlichen Arbeitgebern)
  • Familienstand, ggf. Zahl und Alter der Kinder

Schulbildung

  • besuchte Schulen (mit Orts- und Zeitangaben)
  • Schulabschluss

Ausbildung

  • Besuchte Ausbildungsstätte (Ausbildungsbetrieb, Fachschule, FH, Universität) mit Orts- und Zeitangaben
  • Art der Ausbildung, Fachrichtung
  • Schwerpunkte, ggf. Thema der Abschlussarbeit
  • ggf. Hinweise auf besondere Leistungen/Erfolge
  • Art der Examina
  • ggf. Promotion

Berufstätigkeit

  • Arbeitgeber (mit Orts- und Zeitangabe), ggf. mit Kurzinfo
  • Stellenbezeichnung/Position, ggf. mit Kurzinfo zur Abteilung/zum Bereich
  • Stichwortartige Zusatzinfos zur Tätigkeit (Schwerpunkte, Besonderheiten, relevante Projekte, Erfolge)

Berufliche Weiterbildung

  • Berufsbezogene Fort- und Weiterbildungen/Zusatzqualifikationen
  • Bei wesentlichen Weiterbildungen (z. B. Erwerb der Facharztqualifikation, Intensivpflegekraft) im Lebenslauf chronologisch integriert, ansonsten nur tabellarisch aufgezählt

Ggf. Publikations- und Vortragsliste

  • Relevant bei akademisch geprägten Positionen, kann auch als separate Anlage zum Lebenslauf angefügt werden
  • Forschungsprojekte, eingeworbene Drittmittel

Ggf. außerberufliche Weiterbildung

  • Fremdsprachen
  • Vorsicht bei allen privaten Weiterbildungen, die keinen unmittelbaren beruflichen Zusammenhang haben. Fragen Sie sich dabei, welchen Eindruck Sie damit beim Arbeitgeber erwecken möchten.

Besondere Kenntnisse

  • Fremdsprachen
  • besondere IT-Kenntnisse
  • Führerschein

Hobbys/Interessen

  • Ehrenamtliches/soziales Engagement
  • Sport (keine Risikosportarten)
  • Künstlerisch-musikalische Aktivitäten
  • Vorsicht bei politischen Aktivitäten, die keinen unmittelbaren beruflichen Zusammenhang haben. Fragen Sie sich dabei, welchen Eindruck Sie damit beim Arbeitgeber erwecken möchten.

Ort, Datum, Unterschrift

  • Bei einer Mappe in Papierform empfiehlt sich eine handschriftliche Unterschrift, bei einer Online-Bewerbung ist eine eingescannte Unterschrift nicht unbedingt erforderlich.
  • Achten Sie auf ein aktuelles Datum.

Beispiele für Musterlebensläufe zum Download

Unter dem Link finden Sie verschiedene Musterlebensläufe. Sie dienen Ihnen zur Orientierung beim Aufbau Ihres eigenen Lebenslaufs.

Musterlebensläufe zum Download

Nachhaken nach der Bewerbung?

Wenn Sie nach zwei Wochen keine Reaktion seitens des Unternehmens erhalten haben, können Sie telefonisch bei der Stelle nachhaken, an die Sie Ihre Unterlagen gesandt haben. Fragen Sie nach, ob Ihre Bewerbung angekommen ist. Zumeist erhalten Sie auch noch Auskunft über das weitere Verfahren, die vermutliche Zeit bis zu einer Rückmeldung und vielleicht auch einen – direkten oder indirekten – Hinweis, inwieweit Ihre Bewerbung für den Arbeitgeber interessant ist.