Arbeitsmigration und Personalmangel: Lösungsansätze im Pflegebereich
Erörterung der Rolle von Arbeitsmigration in der Pflege als potenzielle Lösung für den anhaltenden Personalmangel. Erfahren Sie mehr über die Herausforderungen und Chancen, die diese Entwicklung mit sich bringt

Arbeitsmigration bedeutet, dass Menschen ihren Wohn- oder Arbeitsort über Staatsgrenzen hinweg verlagern, um eine Beschäftigung aufzunehmen. In der Pflege ist sie ein wichtiger Baustein gegen den Fachkräftemangel, kann bessere Arbeitsbedingungen, Ausbildung und Personalbindung in Deutschland aber nicht ersetzen.
Zuwanderung von Pflegekräften
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2025 rund 1,8 Millionen Pflegekräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 20 Prozent von ihnen hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Seit 2022 wird das Beschäftigungswachstum in der Pflege ausschließlich von ausländischen Beschäftigten getragen. Staatsangehörigkeit und Migrationsgeschichte sind dabei nicht dasselbe; die Statistik beschreibt ausdrücklich die Staatsangehörigkeit.
Für Staatsangehörige der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz gilt Arbeitnehmerfreizügigkeit. Pflegefachkräfte aus Drittstaaten benötigen dagegen einen passenden Aufenthaltstitel. Weil Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann ein reglementierter Beruf ist, muss zudem die Gleichwertigkeit der Berufsqualifikation festgestellt werden. Je nach Ergebnis können eine Kenntnisprüfung oder ein Anpassungslehrgang erforderlich sein. Ausreichende Deutschkenntnisse und die gesundheitliche sowie persönliche Eignung gehören ebenfalls zum Anerkennungsverfahren.
Arbeitgeber können bei Rekrutierung und Anerkennung unterstützen, etwa durch transparente Verträge, finanzierte Sprachkurse, Mentoring und verlässliche Dienstpläne. Faire Anwerbung ist besonders wichtig: Kosten, Bindungsfristen und Aufgaben müssen verständlich sein, und die Beschäftigungsbedingungen dürfen ausländische Fachkräfte nicht schlechterstellen.
Arbeitsmigration – Lösung für den Personalmangel in der Pflege?
Internationale Pflegefachkräfte tragen bereits wesentlich zur Versorgung bei. Allein durch Anwerbung lässt sich der Personalmangel jedoch nicht dauerhaft lösen. Anerkennungsverfahren benötigen Zeit, und ohne gute Einarbeitung, fachsprachliche Unterstützung sowie faire Arbeitsbedingungen steigt das Risiko, dass Beschäftigte den Arbeitgeber oder den Beruf wieder verlassen.
Nötig ist deshalb ein Gesamtpaket: mehr Ausbildungsplätze und erfolgreiche Abschlüsse, verlässliche Personalbemessung, gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie gute Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Internationale Rekrutierung ergänzt diese Maßnahmen, ersetzt sie aber nicht.
Integration ist keine einseitige Anpassungsleistung. Teams und Führungskräfte brauchen klare Zuständigkeiten, diskriminierungssensible Strukturen und Zeit für Einarbeitung. So kann Arbeitsmigration sowohl den Einrichtungen als auch den zugewanderten Pflegefachkräften langfristig nutzen.
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