Gehalt Nephrologie: Was verdient ein Nephrologe?

Die Nephrologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung von Nierenerkrankungen sowie mit Dialyseverfahren und der Betreuung von Patientinnen und Patienten vor und nach Nierentransplantation. Ein großer Teil der Versorgung findet im ambulanten Bereich statt, insbesondere in Dialysezentren und nephrologischen Schwerpunktpraxen. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Gehälter von Ärztinnen und Ärzten in der Nephrologie im Krankenhaus und im ambulanten Bereich sowie über Einkommensmöglichkeiten in der Niederlassung.

Illustration zeigt einen Mann von hinten mit offensichtlichen Schmerzen im Nierenbecken.

Die Nephrologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und umfasst die Diagnostik und Behandlung akuter und chronischer Nierenerkrankungen, zum Beispiel akutes Nierenversagen oder chronische Niereninsuffizienz. Das Fachgebiet hat enge Schnittstellen zu anderen Bereichen der Inneren Medizin, insbesondere zur Kardiologie, Diabetologie und Intensivmedizin.

In diesem Beitrag werden die Gehälter von Ärztinnen und Ärzten in der Nephrologie dargestellt. Dazu gehören die Vergütung während der Facharztweiterbildung, Gehälter von Fachärzten und Oberärzten im Krankenhaus sowie Einkommen in der ambulanten Versorgung und in der Niederlassung.

Ärztestatistik Nephrologie

Laut Bundesärztestatistik 2024 gab es in Deutschland rund 2.930 Ärztinnen und Ärzte mit einer nephrologischen Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung, von denen etwa 2.735 berufstätig waren. Ein großer Teil der Nephrologinnen und Nephrologen arbeitet im ambulanten Bereich, insbesondere in Dialysezentren und nephrologischen Schwerpunktpraxen, während ein kleinerer Teil im stationären Bereich tätig ist.

Die Dialyseversorgung in Deutschland ist in großen Teilen in spezialisierten Dialysezentren organisiert, häufig mit überregional tätigen Anbietern. In vielen Akutkrankenhäusern bestehen zusätzlich Dialyseeinheiten, insbesondere an Krankenhäusern mit nephrologischem Schwerpunkt oder Transplantationszentren.

Daraus ergeben sich Tätigkeitsmöglichkeiten sowohl in der ambulanten Versorgung, zum Beispiel in Dialysezentren, Medizinischen Versorgungszentren oder in der eigenen Praxis, als auch im Krankenhaus in nephrologischen Abteilungen oder auf Intensivstationen.

Gehälter in Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA)

Die Vergütung von Ärztinnen und Ärzten im Krankenhaus richtet sich in Deutschland in der Regel nach Tarifverträgen. Eine wichtige Orientierung bietet der TV-Ärzte/VKA (Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern), der aktuell bis 2026 gilt.

Neben dem TV-Ärzte/VKA existieren weitere Tarifverträge, etwa für Universitätskliniken (TV-Ärzte/TdL) oder private Klinikträger. Die Unterschiede in der Vergütung sind insgesamt gering, sodass die folgenden Angaben eine verlässliche Orientierung bieten.

Die Gehälter sind fachübergreifend einheitlich geregelt und gelten auch für die Nephrologie. Sie hängen vor allem von der Position und der Berufserfahrung ab.

1. Assistenzärzte/-ärztinnen

Während der Facharztweiterbildung in der Nephrologie richtet sich das Gehalt nach dem jeweiligen Weiterbildungsjahr. Mit zunehmender Berufserfahrung erfolgt ein stufenweiser Anstieg der Vergütung.

Grundgehälter (brutto/Monat, ohne Zuschläge):

  • Jahr: ca. 5.600 €
  • Jahr: ca. 5.900 €
  • Jahr: ca. 6.200 €
  • Jahr: ca. 6.500 €
  • Jahr: ca. 7.000 €
  • Jahr: ca. 7.200 €

2. Fachärzte/-ärztinnen

Nach Abschluss der Facharztweiterbildung erfolgt die Eingruppierung als Fachärztin oder Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie. Die Vergütung steigt tariflich in mehreren Stufen mit zunehmender Berufserfahrung.

In der Praxis verkürzt sich die Verweildauer in den einzelnen Stufen häufig. Aufgrund des bestehenden Bedarfs an nephrologischer Expertise erfolgt der Aufstieg in höhere Stufen oder in oberärztliche Positionen in vielen Fällen bereits nach kurzer Zeit, teilweise schon nach ein bis zwei Jahren.

Grundgehälter (brutto/Monat, ohne Zuschläge):

  • Einstieg: ca. 7.400 €
  • mittlere Stufen: ca. 8.000 € – 8.900 €
  • obere Stufe: ca. 9.500 €

3. Oberärzte/-ärztinnen und leitende Oberärzte/-ärztinnen

Mit Übernahme von Führungsverantwortung erfolgt die Eingruppierung als Oberärztin oder Oberarzt bzw. als leitende Oberärztin oder leitender Oberarzt. Neben der Berufserfahrung spielt insbesondere die Funktion innerhalb der Klinik eine Rolle.

Grundgehälter (brutto/Monat, ohne Zuschläge):

Oberärzte:

  • Einstieg: ca. 9.300 €
  • mittlere Stufe: ca. 9.800 €
  • obere Stufe: ca. 10.600 €

Leitende Oberärzte:

  • je nach Position: ca. 10.500 € – 11.000 €+

Einordnung der Gehaltstabellen

Die genannten Werte beziehen sich auf die tariflichen Grundgehälter ohne zusätzliche Vergütungen. Zuschläge für Bereitschaftsdienste, Rufdienste sowie Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit sind darin nicht enthalten und erhöhen das tatsächliche Einkommen in der Regel deutlich.

Die Gehaltsentwicklung folgt grundsätzlich einem Stufensystem. In der Praxis kann die Entwicklung aufgrund der hohen Nachfrage nach spezialisierten Ärztinnen und Ärzten, insbesondere in der Nephrologie, jedoch deutlich schneller verlaufen als tariflich vorgesehen.

Zusätzlich zum Grundgehalt kommen Vergütungen für Bereitschaftsdienste, Rufdienste, Nacht- und Wochenendarbeit hinzu. Dadurch liegt das tatsächliche monatliche Einkommen häufig deutlich über dem tariflichen Grundgehalt.

Im ambulanten Bereich, insbesondere in Dialysezentren und Medizinischen Versorgungszentren, werden die Gehälter individuell vereinbart. Häufig orientieren sich die Gehälter jedoch an den tariflichen Facharzt- und Oberarztgehältern der Krankenhäuser.

Gehälter Leitender Ärzte und Ärztinnen

Die Gehälter leitender Ärzte und Chefärzte werden in der Regel individuell vereinbart und sind nicht an Tarifverträge gebunden. Die Höhe des Gehalts hängt unter anderem vom Aufgabenbereich, der Größe und Versorgungsstufe der Klinik sowie von der Region ab.

In nephrologischen Fachabteilungen größerer Krankenhäuser liegen die Jahresgehälter von Chefärzten in der Regel in einer Größenordnung von etwa 230.000 € bis 370.000 € brutto pro Jahr. Je nach Klinikstruktur, Verantwortungsbereich und variablen Vergütungsbestandteilen kann das tatsächliche Einkommen darüber oder darunter liegen.

Einkommen niedergelassener Nephrologen / Nephrologinnen

Für das Einkommen niedergelassener Gastroenterologinnen und Gastroenterologen existiert keine eigene bundesweite Statistik. In den Veröffentlichungen des Statistisches Bundesamt werden sie in der Regel der Fachgruppe Innere Medizin zugeordnet. Aussagen zum Einkommen lassen sich daher nur auf Basis der wirtschaftlichen Kennzahlen internistischer Praxen sowie der Versorgungsstruktur der Gastroenterologie ableiten.

Grundlage für wirtschaftliche Kennzahlen ist die Kostenstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes. Die aktuellsten verfügbaren Daten beziehen sich auf das Jahr 2023. In dieser Statistik werden je Praxis Einnahmen, Aufwendungen und der sogenannte Reinertrag ausgewiesen. Internistische Praxen erzielen demnach durchschnittliche Jahreseinnahmen von rund 800.000 €, bei Aufwendungen von etwa 490.000 €. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Reinertrag von rund 300.000 € je Praxis.

Bedeutung des Reinertrags

Der ausgewiesene Reinertrag wird häufig als Einkommen interpretiert, entspricht jedoch nicht dem persönlichen Einkommen des Praxisinhabers. Er beschreibt zunächst das betriebswirtschaftliche Ergebnis der Praxis vor Steuern, Altersvorsorge, Krankenversicherung und weiteren privaten Aufwendungen. Das tatsächlich verfügbare Einkommen liegt entsprechend unterhalb dieses Wertes.

Vereinfacht gilt:
Einnahmen – Praxiskosten = Reinertrag
Reinertrag – Steuern – Altersvorsorge – Versicherungen = persönliches Einkommen

Zudem ist zu berücksichtigen, dass es sich um Praxiswerte handelt. In Gemeinschaftspraxen oder Medizinischen Versorgungszentren wird der Reinertrag auf mehrere Ärztinnen und Ärzte verteilt.

Übertragbarkeit auf die Gastroenterologie

Die Durchschnittswerte der Inneren Medizin lassen sich nur eingeschränkt auf die Gastroenterologie übertragen. Gastroenterologische Praxen unterscheiden sich in ihrer Struktur, insbesondere durch einen hohen Anteil endoskopischer Leistungen und apparativer Diagnostik. Diese führen zu spezifischen Kosten- und Erlösstrukturen.

Zudem handelt es sich häufig um größere Praxiseinheiten mit entsprechendem Personal- und Geräteaufwand. Umsatz, Kostenstruktur und Reinertrag sind daher nicht direkt mit klassischen Einzelpraxen vergleichbar.

Einordnung der statistischen Werte

Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass ein erheblicher Teil der Einnahmen für Personal, Miete, Geräte, Material und Verwaltung aufgewendet wird. In vielen Fachgruppen liegen die Praxiskosten bei etwa 50 bis 60 % der Einnahmen. Der Reinertrag stellt somit nicht den Umsatz, sondern das Betriebsergebnis der Praxis dar.

Zusammenfassend bieten die Kennzahlen der Inneren Medizin eine Orientierung für die wirtschaftliche Situation in der Gastroenterologie. Die tatsächlichen Einkommen können jedoch je nach Praxisstruktur, Leistungsspektrum, Beteiligungsmodell und Standort deutlich variieren.


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