Palliativpflege: Weiterbildung, Gehalt und Perspektiven
Palliative Care verbindet fachliche Symptomkontrolle mit psychosozialer, spiritueller und ethischer Begleitung schwerkranker Menschen. Für Pflegefachkräfte bietet die DGP einen 160-stündigen Kurs; Gehalt und Eingruppierung hängen jedoch von Tätigkeit, Tarif und Stufe ab.

Die Palliativpflege (Palliative Care) konzentriert sich auf die Betreuung von Patienten mit unheilbaren oder chronischen Erkrankungen. Im Unterschied zu anderen Pflegebereichen liegt der Fokus hier nicht auf Heilung oder Genesung, sondern auf der Gewährleistung einer bestmöglichen Lebensqualität und Würde bis zum Lebensende. Die Palliativpflege sieht den Tod als einen natürlichen Teil des Lebens, der weder beschleunigt noch hinausgezögert werden soll. Zu den zentralen Aufgaben zählen die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden sowie die psychologische Unterstützung der Patienten und ihrer Angehörigen.
In der Weiterbildung werden Pflegefachkräfte umfassend auf diese wichtigen und anspruchsvollen Aufgaben vorbereitet. Dieser Blogpost beleuchtet die Weiterbildungsinhalte, die beruflichen Perspektiven und Arbeitsschwerpunkte.
Palliativpflege: Struktur, Dauer und Kosten der Weiterbildung
Der von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin beschriebene Palliative-Care-Kurs für Pflegefachkräfte setzt grundsätzlich eine dreijährige Pflegeausbildung mit staatlichem Examen voraus; mindestens zwei Jahre Berufserfahrung werden empfohlen.
Dauer und Struktur
Der Kurs umfasst 160 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Dafür beschreibt die DGP zwei Wege:
- Komplettkurs: in der Regel vier Blockwochen zu je 40 Unterrichtseinheiten.
- Modular: ein 40-stündiges Einstiegsmodul und ein 120-stündiges Basismodul für Pflegende.
Die Durchführung erstreckt sich laut DGP über etwa ein Jahr, mindestens jedoch über sechs Monate. Der Abschluss erfolgt mit einem Kolloquium und Zertifikat.
Kosten
Die Kosten sind nicht einheitlich festgelegt und unterscheiden sich je nach Anbieter. Pflegefachkräfte sollten Kursgebühr, Prüfungs- und Reisekosten sowie Freistellung, Arbeitgeberförderung und mögliche Bindungsvereinbarungen vor der Anmeldung schriftlich klären.
Rechtliche Grundlagen und Zertifizierungen
DGP-anerkannte Kurse orientieren sich am Curriculum Palliative Care für Pflegende und können nach den Zertifizierungsrichtlinien der DGP zertifiziert werden. Die DGP weist darauf hin, dass die registrierten Kurse die einschlägigen Anforderungen der Hospiz- und Palliativversorgung erfüllen. Das Zertifikat ist von einer ärztlichen Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin und von umfassenderen pflegerischen Fachweiterbildungen zu unterscheiden.
Weiterbildungsinhalte Palliativpflege
Die Weiterbildung in Palliativpflege ist umfassend und vielseitig, da sie darauf abzielt, Pflegefachkräften die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, um Patienten in ihren letzten Lebensphasen optimal zu betreuen. Der Lehrplan gewährleistet, dass Absolventen der Weiterbildung in der Palliativpflege nicht nur fachlich kompetent sind, sondern auch die Fähigkeit besitzen, auf die komplexen und vielfältigen Bedürfnisse ihrer Patienten einzugehen.
Wichtige Inhalte der Weiterbildung sind:
Grundlagen und Anwendungsbereiche der Palliativmedizin: Vermittelt wird ein tiefgehendes Verständnis für die Grundprinzipien und Praktiken der Palliativmedizin, einschließlich der neuesten Entwicklungen in der Schmerztherapie.
Qualitätssicherung und Hospizidee: Hierbei geht es um die Sicherstellung hoher Pflegestandards und die Philosophie der Hospizarbeit.
Basale Stimulation: Ein Ansatz, der sich auf die grundlegenden Bedürfnisse und das Wohlbefinden der Patienten konzentriert.
Kommunikation mit schwerkranken und sterbenden Menschen: Dies umfasst die Entwicklung von Fähigkeiten für einfühlsame und effektive Kommunikation.
Psychische Symptome und Angehörigenarbeit: Wichtige Aspekte sind der Umgang mit psychischen Reaktionen von Patienten und die Unterstützung von Angehörigen.
Trauerphasenmodelle und Teamarbeit: Verständnis für die verschiedenen Phasen der Trauer und die Bedeutung effektiver Teamarbeit in der Palliativpflege.
Multiprofessionelle Zusammenarbeit: Zusammenarbeit mit verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen zur ganzheitlichen Patientenversorgung.
Rechtliche Aspekte: Einschließlich straf- und haftungsrechtlicher Fragen im Kontext der Palliativpflege.
Religiöse, kulturelle und ethische Aspekte: Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und Überzeugungen der Patienten.
Stressmanagement und Bewältigungsstrategien: Für Pflegekräfte, um mit den emotionalen Herausforderungen des Berufs umzugehen.
Symptompflege, Care- und Case Management: Verschiedene Aspekte der Patientenversorgung und Koordination der Pflegemaßnahmen.
Schmerztherapie und Sterberituale: Moderne Ansätze der Schmerzbehandlung und Verständnis für verschiedene Sterberituale.
Behandlungskonzepte: Entwicklung und Anwendung individueller Pflegepläne.
Palliativpflege: Gehalt und berufliche Perspektiven
Ein 160-stündiger Palliative-Care-Kurs führt im TVöD-VKA nicht automatisch zu Entgeltgruppe P 9. Dort setzt P 9 eine abgeschlossene Fachweiterbildung und eine entsprechende Tätigkeit voraus; die tarifliche Protokollerklärung definiert eine Fachweiterbildung grundsätzlich mit mindestens 720 Stunden. Entscheidend sind deshalb die übertragene Tätigkeit, die erfüllten Tätigkeitsmerkmale, Stufe und Tarifbindung.
Für dreijährig ausgebildete Pflegefachkräfte mit entsprechender Tätigkeit sieht die TVöD-Pflegetabelle grundsätzlich P 7 vor. Besonders schwierige Tätigkeiten können P 8 erfüllen. Seit 1. Mai 2026 reichen die monatlichen Tabellenentgelte von 3.510,30 bis 4.305,40 EUR in P 7 und von 3.701,21 bis 4.488,98 EUR in P 8, jeweils von Stufe 2 bis Stufe 6. Zulagen und Sonderzahlungen sind darin nicht enthalten. Andere Arbeitgeber können nach anderen Tarifverträgen oder individuell vergüten.
Arbeits- und Einsatzbereiche
Spezialisierte Ambulante Palliativpflege (SAPV)
Diese umfasst medizinische, pflegerische, psychologische und soziale Betreuung sowie eine 24-Stunden-Bereitschaft. Die SAPV wird oft in Kooperation mit Seelsorge-Einrichtungen, Sozialarbeitern oder ambulanten Pflegeteams erbracht.
Ambulante Pflegedienste
Auch ambulante Pflegedienste sind eng in Palliativpflege eingebunden. Die Dienste überwachen die entsprechenden Therapien der Pflegebedürftigen und erbringen palliative Pflegemaßnahmen.
Ambulante Hospizdienste
Diese Dienste bieten keine medizinische oder pflegerische Leistung im eigentlichen Sinne, sondern konzentrieren sich auf psychosoziale und spirituelle Betreuung.
Pflegeheime
Auch in Pflegeheimen wird Palliativpflege angeboten, wobei der Umfang und die Art der Pflege von der Haltung der Trägerschaft und der Heimleitung abhängen.
Stationäre Hospize und Palliativstationen
Palliativpfleger und -pflegerinnen arbeiten in Hospizen und auf Palliativstationen in Krankenhäusern, um sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten.
Häusliche Umgebung
Viele Palliativpatienten wünschen sich, ihre letzte Lebensphase in ihrer gewohnten Umgebung zu verbringen. Ambulante Palliativpflege ermöglicht es ihnen, zu Hause und in Nähe ihrer Angehörigen betreut zu werden.
Ausblick
Palliativ- und Hospizpflege ist ein spezialisiertes Arbeitsfeld in Krankenhäusern, Hospizen, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten. Welche Stellen und Entwicklungsmöglichkeiten verfügbar sind, hängt von Region, Einrichtung, Aufgabenprofil und geforderter Qualifikation ab.
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- Letzte Aktualisierung
- 15.09.2026
- Autor/Autorin
- valmedi Redaktion
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