Gesund in den Urlaub: Prävention und Tipps gegen Reisekrankheiten

Urlaubszeit soll Erholung bringen – doch Beschwerden und Infektionen lassen sich nicht immer vermeiden. Gute Vorbereitung, eine passende Reiseapotheke und klare Warnzeichen helfen, Risiken zu senken und im Ernstfall richtig zu handeln.

Ein Mann liegt krank auf einem Sofa inmitten von Palmen und Meer.

Urlaubskrankheiten: Reiseapotheke und Vorbereitung

Welche Vorsorge sinnvoll ist, hängt von Reiseziel, Jahreszeit, Reisedauer, Reiseart und persönlichen Risiken ab. Das Auswärtige Amt empfiehlt, Impfungen und andere reisemedizinische Maßnahmen rechtzeitig mit einer reisemedizinisch erfahrenen Ärztin oder einem Arzt zu besprechen.

Eine Reiseapotheke sollte zu den individuellen Bedürfnissen passen. Regelmäßig benötigte Medikamente gehören in ausreichender Menge hinein; bei Flugreisen ist ein Teil davon im Handgepäck sinnvoll. Wichtig sind außerdem ein passender Auslandskrankenversicherungsschutz und die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise für das Zielgebiet.

Reiseübelkeit

Bei Reiseübelkeit helfen manchen Menschen ein ruhiger Blick nach vorn, frische Luft, regelmäßige Pausen und leichte Mahlzeiten. Medikamente können müde machen und sind nicht für jede Person geeignet. Wer häufig starke Beschwerden hat, schwanger ist, Vorerkrankungen hat oder Medikamente einnimmt, sollte die Auswahl vor der Reise medizinisch oder pharmazeutisch abklären.

Magen-Darm-Infektionen verhindern

Verunreinigte Lebensmittel und Getränke können Reisedurchfall auslösen. Je nach Reiseziel ist es ratsam, nur sicher aufbereitetes Wasser zu trinken, Speisen gut durchzugaren, Obst selbst zu schälen und auf sorgfältige Handhygiene zu achten. Pauschale Verbote sind nicht für jedes Land gleich sinnvoll; maßgeblich sind die landesspezifischen Hinweise.

Bei starkem Flüssigkeitsverlust ist ausreichender Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten wichtig. Blutiger Durchfall, hohes Fieber, starke Schmerzen, Kreislaufprobleme oder anhaltende Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt.

Sonnenbrand vermeiden

UV-Strahlung kann Haut und Augen akut und langfristig schädigen. Schutz bieten vor allem Schatten, dicht gewebte Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille. Unbedeckte Haut sollte mit einem geeigneten Sonnenschutzmittel geschützt werden; regelmäßiges Nachcremen erhält den Schutz, verlängert aber nicht beliebig die mögliche Aufenthaltszeit in der Sonne.

Besonders Kinder brauchen konsequenten Schutz. Bei großflächigen Blasen, starken Schmerzen, Kreislaufbeschwerden oder Fieber ist medizinischer Rat sinnvoll.

Blasenentzündung: Beschwerden ernst nehmen

Ausreichend zu trinken kann Beschwerden lindern, sofern medizinisch nichts dagegenspricht. Für eine pauschale Empfehlung von Cranberry- oder Preiselbeerprodukten zur Vorbeugung reicht die Evidenz nicht aus. Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Unterbauchschmerzen können zu einer Blasenentzündung passen.

Fieber, Flankenschmerzen, Übelkeit, Schwangerschaft, männliches Geschlecht, relevante Vorerkrankungen oder wiederkehrende Beschwerden sind Gründe für eine zeitnahe ärztliche Abklärung.

Insektenstiche vermeiden

Je nach Reiseland übertragen Mücken und andere Insekten Krankheiten. Repellentien, lange helle Kleidung, Moskitonetze und geeignete Unterkünfte können das Risiko senken. Die notwendigen Maßnahmen richten sich nach dem Zielgebiet; Hinweise zu Malaria und anderen Infektionsrisiken sollten vor der Reise geprüft werden.

Hausmittel wie eine aufgeschnittene Zwiebel sind kein verlässlicher Ersatz für Vorbeugung oder Behandlung. Atemnot, Schwellungen im Mund- oder Halsbereich oder Kreislaufprobleme nach einem Stich sind ein Notfall.

Thrombose auf langen Reisen

Das Risiko einer tiefen Venenthrombose ist bei gesunden Reisenden insgesamt niedrig, kann durch langes unbewegliches Sitzen aber steigen. Regelmäßige Bewegung der Beine und gelegentliches Aufstehen sind sinnvoll. Kompressionsstrümpfe oder Medikamente sind nicht pauschal für alle Reisenden erforderlich.

Wer bereits eine Thrombose hatte, kürzlich operiert wurde, schwanger ist oder weitere Risikofaktoren hat, sollte die Vorsorge vor einer langen Reise ärztlich klären. Einseitige Beinschwellung und Schmerzen sowie plötzliche Atemnot oder Brustschmerz müssen rasch medizinisch beurteilt werden.

Erkältung im Urlaub: Was tun?

Klimawechsel, trockene Luft und hohe Belastung können Erkältungssymptome begünstigen. Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und eine an Beschwerden angepasste Behandlung helfen häufig. Antibiotika wirken nicht gegen gewöhnliche virale Erkältungen. Bei Atemnot, hohem oder anhaltendem Fieber, deutlicher Verschlechterung oder besonderen Risiken ist ärztlicher Rat erforderlich.


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