Wie viel verdient ein/e Gastroenterologe/-in?

Das Gehalt von Gastroenterologinnen und Gastroenterologen im Krankenhaus richtet sich in der Regel nach Tarifverträgen. Im ambulanten Bereich, etwa in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren, wird das Einkommen individuell vereinbart und hängt unter anderem von Standort, Tätigkeit und Patientenaufkommen ab.

Eine Arzt und eine Ärztin unterhalten sich über einen Patienten.

Die Gastroenterologie ist ein breit aufgestelltes Fachgebiet innerhalb der Inneren Medizin. Sie verbindet ein vielseitiges Krankheitsspektrum mit Tätigkeitsfeldern im ambulanten und stationären Bereich.

Aktuelle Zahlen zeigen, wie das Fach strukturiert ist und welche tariflichen sowie wirtschaftlichen Größen für die Einordnung von Einkommen relevant sind.

Ärztestatistik 2025 in der Gastroenterologie

Zum 31. Dezember 2025 waren laut Bundesärztekammer insgesamt 4.745 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung in der Gastroenterologie berufstätig.

Die Summe umfasst die in der amtlichen Tabelle getrennt ausgewiesenen Bezeichnungen „Innere Medizin und Gastroenterologie“, „Innere Medizin und SP Gastroenterologie“, „SP Gastroenterologie“ und „TG Gastroenterologie“.

Davon arbeiteten 2.778 stationär und 1.803 ambulant. Weitere 164 waren in Behörden, Körperschaften oder sonstigen Bereichen tätig.

Unter den Berufstätigen waren 1.315 Frauen, entsprechend rund 28 Prozent. Diese Quote beschreibt den Bestand zum Stichtag und nicht die Verteilung einzelner Jahrgänge.

Nachwuchssorgen im ambulanten Bereich

Aus der Verteilung nach Tätigkeitsbereichen allein lässt sich kein genauer künftiger Nachwuchsbedarf ableiten.

Für die persönliche Karriereplanung sind regionale Stellenlage, Weiterbildungsbefugnisse, Versorgungssituation und Praxisnachfolge wichtiger als eine pauschale bundesweite Aussage.

Auch die Zahl der Facharztanerkennungen sollte nicht isoliert als Beleg für einen Mangel oder Überschuss verwendet werden. Entscheidend ist, wo und in welchem Umfang die Ärztinnen und Ärzte anschließend tätig sind.

Gehälter in Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA)

Im Krankenhaus richtet sich die Vergütung nach dem anwendbaren Tarif- oder Arbeitsvertrag. Die folgenden monatlichen Bruttogrundentgelte gelten im TV-Ärzte/VKA für kommunale Krankenhäuser vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026; Zuschläge und Dienste sind nicht enthalten.

Assistenzärzte und Assistenzärztinnen

Die sechs Stufen der Entgeltgruppe I reichen aktuell von 5.722,05 Euro bis 7.355,29 Euro. Der reguläre Aufstieg erfolgt nach der tariflich bestimmten ärztlichen Tätigkeitszeit.

Tätigkeitsjahr1.2.3.4.5.6.
Monatliches Brutto5.722,05 €6.046,42 €6.278,07 €6.679,58 €7.158,37 €7.355,29 €

Fachärzte und Fachärztinnen

In Entgeltgruppe II reicht das monatliche Bruttogrundentgelt von 7.552,19 Euro bis 9.698,91 Euro. Stufe 2 beginnt regulär nach drei abgeschlossenen Jahren fachärztlicher Tätigkeit in der Entgeltgruppe.

Tätigkeitsjahr in EG II1.–3.ab 4.ab 7.ab 9.ab 11.ab 13.
Monatliches Brutto7.552,19 €8.185,40 €8.741,40 €9.065,74 €9.382,33 €9.698,91 €

Oberärzte und leitende Oberärzte

Für Entgeltgruppe III gelten aktuell 9.459,56 Euro bis 10.810,95 Euro; Entgeltgruppe IV umfasst 11.127,50 Euro und 11.922,95 Euro.

Entgeltgruppe1.–3. Tätigkeitsjahrab 4. Tätigkeitsjahrab 7. Tätigkeitsjahr
EG III Oberarzt9.459,56 €10.015,53 €10.810,95 €
EG IV leitender Oberarzt/ständiger Chefarztvertreter11.127,50 €11.922,95 €–

Die Eingruppierung als Oberärztin oder Oberarzt richtet sich nicht allein nach dem Titel, sondern nach der vom Arbeitgeber ausdrücklich übertragenen medizinischen Verantwortung.

Dienste können das Monatsbrutto erhöhen; die Höhe hängt vom konkreten Einsatz und den tariflichen Regeln ab. Eine pauschale prozentuale Steigerung ist nicht belastbar.

Für den Vertragsvergleich sind insbesondere zu prüfen:

  • anwendbarer Tarifvertrag und Laufzeit
  • Entgeltgruppe und übertragene Tätigkeit
  • Stufe und anerkannte Vorzeiten
  • regelmäßige Wochenarbeitszeit
  • Bereitschaftsdienst und Belastungsstufe
  • Rufbereitschaft und tatsächliche Inanspruchnahme
  • Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge
  • Zusatzversorgung und weitere Nebenleistungen

Gehälter Leitender Ärzte und Ärztinnen

Leitende Oberärztinnen und Oberärzte können bei erfüllten Tarifmerkmalen in Entgeltgruppe IV eingruppiert sein.

Chefärztinnen und Chefärzte mit einzelvertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen fallen nicht unter den TV-Ärzte/VKA. Ihre Vergütung kann feste und variable Bestandteile enthalten.

Eine allgemeine Jahresgehaltsspanne speziell für die Gastroenterologie ist durch die geprüften amtlichen Quellen nicht belastbar belegt. Die zuvor genannte Bandbreite wird deshalb nicht fortgeführt.

Einkommen niedergelassener Gastroenterologinnen und Gastroenterologen

Für gastroenterologische Praxen weist die aktuelle Kostenstrukturstatistik keine eigenständige bundesweite Kennzahl aus.

Für Arztpraxen einschließlich fachübergreifender Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinischer Versorgungszentren nennt Destatis für 2023 durchschnittliche Einnahmen von 804.000 Euro, Aufwendungen von 493.000 Euro und einen Reinertrag von 310.000 Euro je Praxis.

Das sind Praxiswerte, keine persönlichen Einkommen. Der Reinertrag berücksichtigt unter anderem nicht die Alters-, Invaliditäts-, Hinterbliebenen- und Krankenversicherung der Praxisinhaber.

Bei Gemeinschaftspraxen ist der Praxiswert auf mehrere Inhaber zu beziehen. Für einzelne gastroenterologische Praxen können Leistungsspektrum, Personal, Geräteausstattung, Standort und Praxisform zu erheblichen Abweichungen führen.


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