Wie viel verdient ein/e Gastroenterologe/-in?

Das Gehalt von Gastroenterologinnen und Gastroenterologen im Krankenhaus richtet sich in der Regel nach Tarifverträgen. Im ambulanten Bereich, etwa in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren, wird das Einkommen individuell vereinbart und hängt unter anderem von Standort, Tätigkeit und Patientenaufkommen ab.

Eine Arzt und eine Ärztin unterhalten sich über einen Patienten.

Die Gastroenterologie ist ein breit aufgestelltes Fachgebiet innerhalb der Inneren Medizin. Sie verbindet ein vielseitiges Krankheitsspektrum mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern im ambulanten und stationären Bereich.

Ein Blick auf aktuelle Zahlen zeigt, wie das Fach strukturiert ist, wo Gastroenterologinnen und Gastroenterologen tätig sind und wie sich Karriere- und Einkommensperspektiven entwickeln.

Ärztestatistik 2024 in der Gastroenterologie

Im Jahr 2024 waren in Deutschland 4.520 Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Teilgebietsbezeichnung in der Gastroenterologie tätig. Damit gehört das Fachgebiet zu den größeren Schwerpunkten innerhalb der Inneren Medizin. Grundlage der Daten ist die Ärztestatistik der Bundesärztekammer.

Der überwiegende Teil der Gastroenterologinnen und Gastroenterologen arbeitet im stationären Bereich: 61 % sind im Krankenhaus tätig, während 39 % im ambulanten Sektor arbeiten. In absoluten Zahlen entspricht das 2.657 stationär und 1.706 ambulant tätigen Fachärztinnen und Fachärzten.

Der Frauenanteil liegt insgesamt bei 28 % und zeigt damit weiterhin eine ungleiche Geschlechterverteilung im Fachgebiet. Gleichzeitig ist bei den neu anerkannten Fachärztinnen und Fachärzten ein höherer Frauenanteil zu beobachten.

Im Jahr 2024 wurden 267 Facharztanerkennungen erteilt. Diese Zahl bewegt sich auf einem stabilen Niveau im Vergleich zu den Vorjahren. Der Frauenanteil unter den neuen Fachärztinnen und Fachärzten lag bei rund 36 % und damit über dem aktuellen Gesamtanteil.

Nachwuchssorgen im ambulanten Bereich

Mehr als 30 % der Fachärztinnen und Fachärzte in der Inneren Medizin sind über 60 Jahre alt. Für die Gastroenterologie liegen keine gesonderten Altersdaten vor. Überträgt man diese Altersstruktur auf das Teilgebiet, zeichnet sich insbesondere im ambulanten Bereich in den kommenden Jahren ein Generationswechsel ab.

Im Jahr 2024 wurden 267 Facharztanerkennungen im Bereich der Gastroenterologie erteilt. Die Zahl bewegt sich seit Jahren auf einem ähnlichen Niveau. Vor dem Hintergrund der Altersstruktur weist dies auf einen anhaltenden Bedarf an Nachwuchs hin und zeigt zugleich, dass sich für jüngere Fachärztinnen und Fachärzte gute berufliche Perspektiven ergeben.

Gehälter in Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA)

Die Vergütung in der Gastroenterologie orientiert sich – wie in allen internistischen Fachgebieten – an tariflichen Regelungen im Krankenhaus. Eine zentrale Grundlage ist der TV-Ärzte/VKA (Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern), der aktuell bis 2026 gilt.

Daneben existieren weitere Tarifverträge, etwa für Universitätskliniken oder private Klinikträger. Die Unterschiede in der Vergütung sind insgesamt gering, sodass die tariflichen Werte eine verlässliche Orientierung für das Fachgebiet bieten.

Unabhängig von der Spezialisierung gilt: Die Höhe des Gehalts richtet sich in erster Linie nach Position und Berufserfahrung.

1. Assistenzärzte/-ärztinnen

In der Facharztweiterbildung zur Gastroenterologin bzw. zum Gastroenterologen erfolgt die Vergütung nach Weiterbildungsjahren. Die Gehaltsentwicklung ist klar strukturiert und steigt mit zunehmender Erfahrung an.

Grundgehälter (brutto/Monat, ohne Zuschläge):

  • Jahr: ca. 5.600 €
  • Jahr: ca. 5.900 €
  • Jahr: ca. 6.200 €
  • Jahr: ca. 6.500 €
  • Jahr: ca. 7.000 €
  • Jahr: ca. 7.200 €

2. Fachärzte/-ärztinnen

Nach Abschluss der Weiterbildung und Erwerb des Facharzttitels für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie erfolgt der Einstieg als Facharzt.

Die tarifliche Entwicklung sieht mehrere Erfahrungsstufen vor. In der Praxis verlaufen diese Übergänge jedoch häufig schneller, da gastroenterologische Expertise insbesondere im klinischen Bereich stark nachgefragt ist.

Grundgehälter (brutto/Monat, ohne Zuschläge):

  • Einstieg: ca. 7.400 €
  • mittlere Stufen: ca. 8.000 € – 8.900 €
  • obere Stufe: ca. 9.500 €

3. Oberärzte/-ärztinnen und leitende Oberärzte/-ärztinnen

Mit zunehmender Erfahrung und Übernahme von Verantwortung – etwa in der Endoskopie oder in der Leitung von Funktionsbereichen – erfolgt der Übergang in oberärztliche Positionen.

Neben der Berufserfahrung spielt hier auch die organisatorische und fachliche Verantwortung innerhalb der Abteilung eine zentrale Rolle.

Grundgehälter (brutto/Monat, ohne Zuschläge):

Oberärzte:

  • Einstieg: ca. 9.300 €
  • mittlere Stufe: ca. 9.800 €
  • obere Stufe: ca. 10.600 €

Leitende Oberärzte:

  • je nach Position: ca. 10.500 € – 11.000 €+

Einordnung der Gehaltstabellen

Die genannten Werte beziehen sich auf die tariflichen Grundgehälter ohne Zuschläge. Zusätzliche Vergütungen für Bereitschaftsdienste, Rufdienste sowie Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit sind nicht enthalten und führen im klinischen Alltag zu einem deutlich höheren Gesamteinkommen.

Die tarifliche Gehaltsentwicklung folgt einem klaren Stufensystem. Aufgrund der hohen Nachfrage nach gastroenterologischer Expertise können sich Karriere- und Gehaltsentwicklungen in der Praxis jedoch schneller vollziehen als tariflich vorgesehen.

Auch im ambulanten Bereich, etwa in gastroenterologischen Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren, orientieren sich die Gehälter häufig an den tariflichen Strukturen der Kliniken, werden jedoch individuell vereinbart.

Gehälter Leitender Ärzte und Ärztinnen

Leitende Ärzt*innen werden nicht nach Tarifvertrag vergütet. Die Vergütungshöhe wird frei vereinbart. Die Höhe der Gehälter leitender Ärzt*innen wird durch die fachliche Reputation und Qualifikation, der Größe und Bedeutung der medizinischen Einrichtung und auch den Standort bestimmt.

Die Bandbreite der Gehälter von Gastroenterolog*innen in leitender Position (z.B. Chefärzt*innen) liegt zwischen 250.000 - 400.000 EUR im Jahr.

Einkommen niedergelassener Gastroenterologinnen und Gastroenterologen

Für das Einkommen niedergelassener Gastroenterologinnen und Gastroenterologen gibt es keine eigenständige bundesweite Statistik. In den Auswertungen des Statistisches Bundesamt werden sie der Fachgruppe Innere Medizin zugeordnet. Eine Einordnung erfolgt daher auf Basis der wirtschaftlichen Kennzahlen internistischer Praxen.

Die aktuellen Daten zeigen, dass internistische Praxen durchschnittliche Jahreseinnahmen von rund 800.000 € erzielen. Nach Abzug der Praxiskosten ergibt sich ein durchschnittlicher Reinertrag von etwa 300.000 € pro Praxis. Die Kostenquote liegt dabei häufig im Bereich von 50 bis 60 % der Einnahmen.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich um Praxiswerte handelt. Der ausgewiesene Reinertrag bezieht sich auf die gesamte Praxis und nicht auf einzelne Ärztinnen oder Ärzte. In Gemeinschaftspraxen oder Medizinischen Versorgungszentren wird dieser entsprechend auf mehrere Inhaber oder angestellte Ärztinnen und Ärzte verteilt.

Zudem entspricht der Reinertrag nicht dem persönlichen Einkommen, da Steuern, Altersvorsorge und Versicherungen noch abzuziehen sind.

Für die Gastroenterologie dienen diese Werte daher als Orientierung. Die tatsächlichen Einkommen variieren je nach Praxisstruktur, Leistungsspektrum, Personalkosten und Standort.


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