Candida auris: Gefährlicher Pilz auf dem Vormarsch
Candida auris kann Menschen unbemerkt besiedeln und bei besonders gefährdeten Patientinnen und Patienten schwere Infektionen verursachen. Entscheidend sind zuverlässige Diagnostik, konsequente Hygiene und eine resistenzgerechte Behandlung.

Problematisch sind die mögliche Übertragung in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, die lange Überlebensfähigkeit auf Oberflächen und Resistenzen gegen Antimykotika. Seit 2023 besteht in Deutschland eine Meldepflicht für den Nachweis; Hygienemaßnahmen sind auch bei einer Besiedlung wichtig.
Candida auris ist eine Hefe, die Menschen besiedeln und bei besonders gefährdeten Patientinnen und Patienten schwere Infektionen verursachen kann. In Deutschland nahm die Zahl der Nachweise 2023 deutlich zu; die meisten gemeldeten Nachweise waren Kolonisationen und keine Erkrankungen.
Was ist Candida auris?
Candida auris ist ein Hefepilz. Ein Nachweis kann eine symptomlose Besiedlung, etwa der Haut, oder eine Infektion bedeuten. Eine Besiedlung wird nicht automatisch mit Antimykotika behandelt, ist für den Infektionsschutz aber relevant.
Eine invasive Infektion betrifft vor allem schwer erkrankte oder intensivmedizinisch behandelte Menschen. Beschwerden sind unspezifisch und hängen davon ab, welches Organ oder Gewebe betroffen ist:
- Eine reine Besiedlung verursacht keine Symptome.
- Bei einer Blutstrominfektion können Fieber, Schüttelfrost und eine Verschlechterung des Allgemeinzustands auftreten.
- Wund- oder Organinfektionen können lokale Beschwerden verursachen; ein Nachweis aus Atemwegen oder Urin kann dagegen auch eine Besiedlung darstellen.
Der Labornachweis und die ärztliche Beurteilung sind deshalb entscheidend.
Candida auris: Symptome und Diagnose
Die sichere Identifizierung erfordert geeignete mikrobiologische Verfahren. Ältere oder nicht aktualisierte Testsysteme können Candida auris mit anderen Hefearten verwechseln. Je nach Labor kommen Kultur, Massenspektrometrie (MALDI-TOF) oder molekularbiologische Methoden zum Einsatz.
Das Untersuchungsmaterial richtet sich nach der klinischen Situation. Ein Nachweis aus Blut oder anderem normalerweise sterilem Material spricht für eine invasive Infektion; Abstriche können eine Besiedlung zeigen. Das Ergebnis muss daher immer zusammen mit Beschwerden, Entnahmeort und Risikofaktoren bewertet werden.
Candida auris Übertragung
Candida auris kann in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen über direkten Kontakt, Hände, Medizinprodukte und kontaminierte Oberflächen weitergegeben werden. Der Erreger kann auf Oberflächen lange überleben; deshalb sind konsequente Handhygiene, geeignete Desinfektion, Information bei Verlegungen und gegebenenfalls räumliche Isolierungsmaßnahmen wichtig.
Ein erhöhtes Risiko für invasive Infektionen haben insbesondere schwer kranke Menschen mit langen Krankenhausaufenthalten, zentralen Venenkathetern, Beatmung, Operationen oder breiter Antibiotika- beziehungsweise Antimykotikatherapie. Für gesunde Menschen außerhalb medizinischer Einrichtungen ist das Erkrankungsrisiko nach heutigem Kenntnisstand gering.
Candida auris: Gefahren für Menschen
Die größte Gefahr besteht für vulnerable Patientinnen und Patienten sowie für Einrichtungen, in denen sich der Erreger unbemerkt verbreiten kann.
Schwere Infektionen
Dringt Candida auris in Blutbahn, Organe oder Gewebe ein, kann eine lebensbedrohliche invasive Candidose entstehen.
Behandlungsschwierigkeiten
Viele Isolate sind gegen mindestens eine Wirkstoffgruppe resistent; einzelne sind gegen mehrere Gruppen unempfindlich. Die Auswahl der Therapie richtet sich nach Resistenztestung, Infektionsort und klinischem Verlauf.
Ausbrüche in Einrichtungen
Besiedelte Personen können den Erreger weitertragen, ohne Symptome zu haben. Frühe Erkennung, abgestimmte Hygienemaßnahmen und eine Information bei Verlegungen helfen, Ausbrüche zu begrenzen.
Bei einem bloßen Nachweis ohne Beschwerden ist eine individuelle fachärztliche und hygienische Einordnung erforderlich. Allgemeine Produkt- oder Selbstbehandlungsempfehlungen sind nicht geeignet.
Fazit
Candida auris ist vor allem für schwer kranke Menschen und Gesundheitseinrichtungen relevant. Ein Nachweis bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung, muss wegen des Ausbruchspotenzials aber ernst genommen werden.
Entscheidend sind eine zuverlässige Labordiagnostik, konsequente Infektionsschutzmaßnahmen und eine resistenzgerechte Therapie invasiver Infektionen. Das Robert Koch-Institut stellt dafür aktuelle Fachinformationen bereit.
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