Zoonosen: Eine unsichtbare, aber präsente Gefahr
Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die auf natürlichem Weg zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden können. Ihre Erreger reichen von Bakterien und Viren bis zu Parasiten, Pilzen und Prionen.

Durch Bevölkerungswachstum, mehr Mobilität und Klimaveränderungen werden Zoonosen zu einem latenten Problem. Dieser Blogpost beleuchtet die Übertragungswege, verschiedene Arten von Zoonosen und zeigt präventive Maßnahmen auf.
Was sind Zoonosen?
Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die sowohl bei Tieren als auch bei Menschen auftreten können. Die Übertragung kann von Tieren auf Menschen (Anthropozoonosen) oder von Menschen auf Tiere (Zooanthroponosen) erfolgen. Es gibt auch sogenannte Fakultative Zoonosen oder Amphixenosen, bei denen die Übertragung wechselseitig erfolgen kann.
Übertragungswege
Die Übertragungswege sind vielfältig. Sie können sich durch Kontakt, Bisse oder Tierprodukte wie Fleisch, Milch oder Eier verbreiten. Vektoren wie Mücken oder Zecken können ebenfalls als Überträger fungieren. Es ist wichtig zu beachten, dass der gleiche Krankheitserreger bei verschiedenen Wirten unterschiedliche Symptome auslösen kann.
Einteilung nach Übertragungsart
Abhängig von der Übertragungsart lassen sich verschiedene Kategorien unterscheiden:
- Direktzoonosen (Orthozoonosen): Übertragung erfolgt direkt von einem Wirbeltier zum anderen, möglicherweise durch mechanische Vektoren wie Wind.
- Latente Zoonosen: Übertragen durch einen asymptomatisch infizierten Zwischenwirt.
- Metazoonosen: Übertragen durch wirbellose Tiere wie Mücken oder Zecken, die als Zwischenwirte und Vektoren fungieren.
- Saprozoonosen: Der Erreger findet sich in einer nichtanimalischen Umgebung wie Wasser oder Boden.
- Zyklozoonosen: Der Erreger muss während seines Entwicklungszyklus zwischen verschiedenen Wirbeltierwirten wechseln.
Bekannte Zoonosen
Die Corona-Pandemie hat viele Menschen mit der Übertragung von Tierkrankheiten zum ersten Mal in Verbindung gebracht, aber es gab auch schon vorher bekannte Zoonosen. Einige bekannte Beispiele sind:
- Viren: Dengue, MERS, Zika, Tollwut
- Bakterien: Milzbrand (Anthrax), Borreliose und Salmonellose
- Pilze: Cryptococcus, Trichophyton benhamiae
- Prionen: Creutzfeld-Jakob-Krankheit, BSE
Beispiele
Die Interaktion zwischen Menschen und Tieren hat über die Jahrhunderte zu einer Vielzahl von neuen Krankheiten geführt. Zoonosen haben nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die individuelle und öffentliche Gesundheit, sondern auch auf Wirtschaft und Gesellschaft.
Einige historische Fälle und ihre Auswirkungen:
Rinderwahn (BSE): Die BSE-Krise begann in den 1980er-Jahren im Vereinigten Königreich. Beim Menschen wird der Verzehr kontaminierter Rinderprodukte mit der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) in Verbindung gebracht.
Tollwut: Nach Ausbruch klinischer Symptome verläuft die Erkrankung nahezu immer tödlich. Nach einem möglichen Kontakt kann eine rasch begonnene Postexpositionsprophylaxe die Erkrankung verhindern.
Vogelgrippe: Aviäre Influenzaviren zirkulieren vor allem bei Vögeln. Einzelne Subtypen können unter bestimmten Bedingungen auch Menschen infizieren und erhebliche tiergesundheitliche sowie wirtschaftliche Folgen haben.
SARS und MERS: Beides sind Atemwegserkrankungen, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Sie haben zu weltweiten Gesundheitskrisen geführt und zeigen das Potenzial für Pandemien.
Covid-19: eine Zoonose?
Die WHO-Fachgruppe SAGO bewertete 2025 eine Übertragung von Tieren auf Menschen als die durch die verfügbare wissenschaftliche Evidenz am besten gestützte Hypothese. Als mögliche Zwischenwirte werden unter anderem Tiere diskutiert, die auf Märkten gehandelt wurden.
Die genaue Herkunft von SARS-CoV-2 ist dennoch nicht abschließend geklärt. Weil wesentliche Daten fehlen, können nach Einschätzung der WHO auch andere Hypothesen derzeit nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Rechtzeitig erkennen und bekämpfen
Menschliche Aktivitäten als Risikofaktoren
Einige menschliche Aktivitäten erhöhen das Risiko einer Zoonose-Übertragung signifikant. Das gilt vor allem für die Tierhaltung in großen Gruppen. Es beinhaltet aber auch die zunehmende Nähe zwischen Menschen und Wildtieren. Diese Nähe entsteht durch das Wachstum der Städte.
Tiergesundheitsmanagement
Effektives Tiergesundheitsmanagement ist ein Schlüssel zur Prävention von Zoonosen. Das beinhaltet regelmäßige Gesundheitschecks, Impfungen und die Überwachung der Tiergesundheit auf Farmen und in Haushalten.
Hygienemaßnahmen und Impfungen
Händewaschen und Schutzkleidung bei Tierkontakt verringern das Übertragungsrisiko von Krankheiten. Impfungen, sowohl für Menschen als auch für Tiere, sind weitere wichtige Präventionsstrategien.
Rolle der Behörden und internationaler Organisationen
Internationale Organisationen überwachen Zoonosen, unterstützen Forschung und setzen Regeln für den Umgang mit Zoonose-Ausbrüchen. Sie sind ebenfalls wichtig für die öffentliche Aufklärung und die Koordinierung zwischen verschiedenen Sektoren.
Fazit
Klimawandel und Bevölkerungswachstum stellen zukünftige Herausforderungen für die Kontrolle von Zoonosen dar. Ein integrierter "One Health"-Ansatz, der Mensch, Tier und Umwelt in den Fokus nimmt, wird zunehmend unerlässlich.
Prävention, Hygiene, Impfungen und internationale Zusammenarbeit sind wichtig, um Zoonosen erfolgreich zu bekämpfen.
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