Gehalt Onkologie: Was verdient ein Onkologe?
Hämatologie und Onkologie verbinden spezialisierte internistische Versorgung in Klinik und Praxis. Der Beitrag ordnet aktuelle Tarifgehälter im kommunalen Krankenhaus ein und erklärt, welche Aussagen amtliche Statistiken zu Beschäftigung und Praxiserträgen zulassen.

Der Fachbereich Hämatologie und Onkologie ist eine Subdisziplin der Inneren Medizin. Sie ist die drittgrößte der zehn internistischen Subspezialisierungen und befasst sich mit gut- und bösartigen Erkrankungen des Blutes, des Lymphsystems und mit Tumoren an inneren Organen.
In diesem Blogpost beleuchten wir das Gehalt in Krankenhäusern und Kliniken sowie die Verdienstmöglichkeiten in Kliniken und im niedergelassenen Bereich.
Ärztestatistik Hämatologie und Onkologie
Zum 31. Dezember 2025 waren laut Ärztestatistik der Bundesärztekammer 1.710 Ärztinnen und Ärzte mit der aktuellen Gebietsbezeichnung Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie berufstätig. Historische Schwerpunkt- und Teilgebietsbezeichnungen werden in der amtlichen Tabelle separat ausgewiesen und dürfen nicht ohne Weiteres addiert werden.
907 der 1.710 berufstätigen Ärztinnen und Ärzte waren Frauen, entsprechend 53,0 %.
Wo arbeiten Hämatologen und Onkologen?
Von den 1.710 Ärztinnen und Ärzten mit der aktuellen Gebietsbezeichnung arbeiteten 469 ambulant (27,4 %) und 1.170 stationär (68,4 %); weitere Tätige entfielen auf Behörden, Körperschaften und sonstige Bereiche.
Krankenhäuser
Onkologen und Hämatologen sind vor allem in Krankenhäusern der Schwerpunkt- und Maximalversorgung und Universitätsklinika tätig. Sie arbeiten hier vorwiegend in Abteilungen für Hämatologie und Onkologie oder interdisziplinären Krebszentren.
Facharztpraxen und ambulante Versorgungszentren
In Facharztpraxen liegt der Arbeitsschwerpunkt auf der Nachsorge nach operativen Eingriffen oder Therapien sowie auf präventiven Maßnahmen.
Rehabilitationskliniken
In Rehabilitationskliniken sind Hämatologen und Onkologen insbesondere für die Anschlussheilbehandlung und Nachsorge nach operativen Eingriffen zuständig. Die stationäre Rehabilitation wird vor allem bei Patienten, die an Mehrfacherkrankungen leiden, eingesetzt.
Gehalt in der Facharztweiterbildung
Die ärztliche Weiterbildung Hämatologie und Onkologie wird vor allem in Kliniken absolviert. An kommunalen Krankenhäusern richtet sich das Grundentgelt nach dem TV-Ärzte/VKA; ambulante Arbeitgeber vereinbaren die Vergütung außerhalb dieses Tarifbereichs individuell.
Die folgenden monatlichen Grundentgelte für Ärztinnen und Ärzte (EG I) im TV-Ärzte/VKA gelten vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026. Die Stufen bezeichnen Zeiten in der Entgeltgruppe; anrechenbare Vorzeiten und die Einstufung bei Einstellung sind gesondert zu prüfen. Grundlage ist die aktuelle Entgelttabelle.
- 1. Jahr: 5.722,05 €
- 2. Jahr: 6.046,42 €
- 3. Jahr: 6.278,07 €
- 4. Jahr: 6.679,58 €
- 5. Jahr: 7.158,37 €
- 6. Jahr: 7.355,29 €
Gehälter von Fach- und Oberärzten in der Onkologie in Kliniken
Nach abgeschlossener Weiterbildung gelten höhere Entgeltgruppen. Die tarifliche Oberarzt-Eingruppierung setzt ausdrücklich übertragene medizinische Verantwortung für einen selbstständigen Teil- oder Funktionsbereich voraus; die Stellenbezeichnung allein genügt nicht.
Fachärztinnen und Fachärzte (EG II)
- ab 1. Jahr: 7.552,19 €
- ab 4. Jahr: 8.185,40 €
- ab 7. Jahr: 8.741,40 €
- ab 9. Jahr: 9.065,74 €
- ab 11. Jahr: 9.382,33 €
- ab 13. Jahr: 9.698,91 €
Oberärztinnen und Oberärzte (EG III)
- ab 1. Jahr: 9.459,56 €
- ab 4. Jahr: 10.015,53 €
- ab 7. Jahr: 10.810,95 €
Ständige Vertretung der Chefärztin oder des Chefarztes (EG IV)
- ab 1. Jahr: 11.127,50 €
- ab 4. Jahr: 11.922,95 €
EG IV setzt die ausdrücklich übertragene ständige Vertretung in der Gesamtheit der chefärztlichen Aufgaben voraus. Bereitschafts- und Rufdienste können das Monatsbrutto erhöhen, eine allgemeine prozentuale Steigerung lässt sich aus dem Tarifvertrag aber nicht ableiten.
Gehälter für Leitende Onkologen in Kliniken
Für ärztliche Leitungsfunktionen, insbesondere Leitende Ärzte und Chefärzte, werden die Gehälter frei vereinbart und nicht tarifgebunden. Die Höhe des Gehalts hängt von verschiedenen Faktoren wie Einsatzbereich, Art und Größe der Einrichtung und der Region ab.
Chefärztliche Vergütungen werden häufig außertariflich und individuell vereinbart. Sie hängen unter anderem von Arbeitgeber, Klinikgröße, Verantwortung und variablen Bestandteilen ab. Amtliche Daten liefern keine belastbare allgemeine Spanne speziell für Onkologie oder einen verlässlichen Vergleich zwischen Akutklinik und Rehabilitation.
Verdienst von niedergelassenen Onkologen
Die aktuelle Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes weist Hämatologie und Onkologie nicht als eigenes Praxisfachgebiet aus. Der veröffentlichte Wert für Innere Medizin ist deshalb kein belastbarer Ersatz für onkologische Praxen.
Praxisreinertrag ist zudem weder persönliches Einkommen noch Praxisgewinn: Persönliche Vorsorge- und Krankenversicherungsbeiträge sowie Aufwendungen für eine Praxisübernahme sind unter anderem nicht berücksichtigt, und bei mehreren Inhaberinnen oder Inhabern verteilt sich der Reinertrag auf mehrere Personen.
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