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Was sind Flugmediziner / Flugmedizinerinnen?

Flugmedizin ist eine Zusatz-Weiterbildung für Fachärztinnen und Fachärzte aus Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung. Einsatzfelder finden sich unter anderem in der zivilen und militärischen Luftfahrt, im medizinischen Lufttransport sowie in spezialisierten Forschungs- und Versorgungseinrichtungen.

Das Bild zeigt ein Stethoskop

Flugmediziner / Flugmedizinerinnen sind notwendig, um die physiologischen und medizinischen Auswirkungen des Fliegens auf den menschlichen Organismus zu bewerten und zu kontrollieren. Sie übernehmen die Beurteilung der Flugtauglichkeit, diagnostizieren und behandeln flugassoziierte Erkrankungen und entwickeln Präventionsstrategien zur Minimierung aeromedizinischer Risiken.

Um Flugmediziner / Flugmedizinerin zu werden, ist ein abgeschlossenes Medizinstudium und eine Weiterbildung in der Flugmedizin erforderlich. Zudem sind zusätzliche Qualifikationen, wie flugmedizinische Zertifikate, notwendig. Sie arbeiten unter anderem in der Luftfahrtindustrie, beim Militär, bei Raumfahrtagenturen oder in medizinischen Zentren für Flugtauglichkeitsuntersuchungen.

Was sind Flugmediziner / Flugmedizinerinnen?

Voraussetzung für die Zusatz-Weiterbildung Flugmedizin ist nach der aktuell geprüften Weiterbildungsordnung eine Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung. Hinzu kommen 180 Stunden Kurs-Weiterbildung und der Erwerb der weiteren vorgeschriebenen Kompetenzen unter Befugnis. Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Was macht den Beruf so interessant?

Der Beruf des Flugmediziners / der Flugmedizinerin ist sehr vielseitig und bietet Einblicke in die Schnittstelle zwischen Medizin und Luftfahrt. Die Arbeit umfasst die Beurteilung der Flugtauglichkeit von Piloten, Besatzungsmitgliedern und Passagieren sowie die Behandlung von medizinischen Notfällen während Flügen. Flugmediziner / Flugmedizinerinnen müssen komplexe physiologische Vorgänge wie den Einfluss von Sauerstoffmangel, Druckveränderungen und Schwerkraft auf den menschlichen Körper verstehen und entsprechende Maßnahmen entwickeln.

Ein besonderes Merkmal des Berufs ist, dass Flugmediziner / Flugmedizinerinnen nicht nur am Boden arbeiten, sondern auch bei bestimmten Flügen direkt an Bord sein können, etwa bei medizinisch betreuten Transporten oder Flügen mit besonderen gesundheitlichen Risiken. Dies bietet die Möglichkeit, das theoretische Wissen in der Praxis anzuwenden und unmittelbar medizinische Entscheidungen in der Luft zu treffen.

Zudem ist der interdisziplinäre Austausch mit anderen Fachbereichen, wie der Luft- und Raumfahrttechnik oder der Psychologie, ein spannender Aspekt der Tätigkeit. Dieser Beruf erfordert stetige Weiterbildung, da sich sowohl die medizinischen Anforderungen als auch die Technologien in der Luftfahrt kontinuierlich weiterentwickeln.

Aus- und Weiterbildung in der Flugmedizin

Die Flugmedizin ist eine medizinische Zusatzweiterbildung, die sich auf die speziellen gesundheitlichen Herausforderungen von Flügen und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper konzentriert. Diese Weiterbildung richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, die eine Facharztanerkennung besitzen und sich auf die Betreuung von fliegendem Personal und Passagieren spezialisieren möchten.

Die Facharztanerkennung muss aus einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung stammen. Dazu zählen nicht nur Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Arbeitsmedizin; maßgeblich ist die Definition in der jeweiligen Weiterbildungsordnung.

Die Kurs-Weiterbildung umfasst 180 Stunden. Die darüber hinaus verlangten Handlungskompetenzen werden bei dazu befugten Weiterbilderinnen oder Weiterbildern erworben. Die ärztekammerrechtliche Zusatzbezeichnung ist von der gesonderten Anerkennung als flugmedizinische Sachverständige oder flugmedizinischer Sachverständiger (AME) durch das Luftfahrt-Bundesamt zu unterscheiden.

Die Weiterbildung behandelt Themen wie:

  • Luftrecht und internationale Vorschriften,
  • Höhen- und Beschleunigungsphysiologie,
  • Flugpsychologie und Crew Resource Management (CRM),
  • Flugmedizinische Untersuchungen und die Beurteilung der Flugtauglichkeit,
  • Medizinische Notfallversorgung an Bord.

Wo werden Flugmediziner / Flugmedizinerinnen eingesetzt?

Diese vielfältigen Einsatzmöglichkeiten machen den Beruf des Flugmediziners besonders spannend und interdisziplinär. Sie werden in verschiedenen Bereichen der Luft- und Raumfahrt eingesetzt.

Typische Einsatzorte sind:

  • Militär: Flugmediziner arbeiten im militärischen Umfeld, beispielsweise bei der Luftwaffe, wo sie die gesundheitliche Eignung von Piloten und anderem fliegenden Personal beurteilen. Sie sind auch an der medizinischen Versorgung während militärischer Einsätze beteiligt und überwachen die körperliche und geistige Fitness von Flugbesatzungen vor, während und nach Missionen.
  • Raumfahrt: Bei Raumfahrtagenturen wie der NASA arbeiten Flugmediziner mit Astronauten. Sie begleiten deren medizinische Betreuung vor, während und nach Weltraummissionen und sind oft auch in der Missionskontrolle aktiv. Dabei überwachen sie die gesundheitlichen Auswirkungen von Weltraumflügen auf den menschlichen Körper und unterstützen die Astronautinnen und Astronauten medizinisch und psychologisch.
  • Zivile Luftfahrt: In der zivilen Luftfahrt sind Flugmediziner in medizinischen Zentren tätig, die für die Untersuchung der Flugtauglichkeit von Piloten und Flugbegleitern zuständig sind. Sie helfen bei der Diagnose und Behandlung von gesundheitlichen Problemen, die durch das Fliegen verursacht werden, wie z.B. Thrombosen oder Höhenkrankheiten.
  • Medizinische Evakuation und Transport: Flugmediziner spielen eine wichtige Rolle bei der Planung und Durchführung von medizinischen Evakuationen, insbesondere bei Notfalltransporten in schwer zugängliche Gebiete oder im Rahmen internationaler Rettungsmissionen.

Wie viele Flugmediziner / Flugmedizinerinnen gibt es?

Laut Ärztestatistik der Bundesärztekammer führten Ende 2025 insgesamt 688 Ärztinnen und Ärzte die Zusatz-Weiterbildung Flugmedizin. Davon waren 440 ärztlich tätig und 248 ohne ärztliche Tätigkeit.

Von den 440 Berufstätigen arbeiteten 250 ambulant, 39 stationär, 44 in Behörden oder Körperschaften und 107 in sonstigen Bereichen. Die Statistik weist Arbeitgeber wie Luftfahrtunternehmen, Militär oder Forschungseinrichtungen nicht separat aus.

Verdienstmöglichkeiten in der Flugmedizin

Eine belastbare, eigenständige Einkommensstatistik für Flugmedizinerinnen und Flugmediziner liegt nicht vor. Die Vergütung richtet sich vor allem nach der jeweiligen Haupttätigkeit, dem Arbeitgeber, der fachärztlichen Position, der Tarifbindung und dem Umfang flugmedizinischer Aufgaben.

Praxisreinerträge anderer Fachgebiete sind kein geeigneter Ersatz für ein persönliches Einkommen in der Flugmedizin. Auch ein pauschaler finanzieller Zuschlag allein aufgrund der Zusatzbezeichnung lässt sich nicht belegen.

Berufliche Perspektiven in der Flugmedizin

Die Zusatzweiterbildung in Flugmedizin ist eine interessante Option für Allgemeinmediziner, Internisten sowie Arbeitsmediziner. Die Zusatzqualifikation ermöglicht den Einstieg in spezialisierte und sehr spannende Bereiche der Luftfahrt- und Raumfahrtmedizin.

Für flugmedizinische Tauglichkeitsuntersuchungen in der zivilen Luftfahrt ist zusätzlich eine Anerkennung als AME durch das Luftfahrt-Bundesamt erforderlich. Für Klasse 2 ist unter anderem ein anerkannter Grundlehrgang nachzuweisen; für Klasse 1 gelten zusätzliche Anforderungen, darunter ein Aufbaulehrgang und praktische Erfahrung.

Stellen in flugmedizinischen Untersuchungsstellen, Luftfahrtunternehmen, Behörden, Streitkräften oder der Raumfahrt sind spezialisiert und zahlenmäßig begrenzt. Die Zusatz-Weiterbildung erweitert das fachliche Profil, garantiert aber weder eine bestimmte Stelle noch ein bestimmtes Einkommen.

Letzte Aktualisierung
21.09.2026
Autor/Autorin
valmedi Redaktion
Bildgestaltung
Hanna Hillier

Quellen

  1. Bayerische Landesärztekammer: Weiterbildungsordnung, Zusatz-Weiterbildung Flugmedizin
  2. Bundesärztekammer: Ärztestatistik 2025
  3. Luftfahrt-Bundesamt: Informationen für flugmedizinische Sachverständige (AME)

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