Die wollen doch nur helfen

Roboter in der Pflege können bei Transport, Mobilisation und Routineaufgaben unterstützen. Sie ersetzen weder professionelle Verantwortung noch menschliche Zuwendung – entscheidend sind Bedarf, Sicherheit und Akzeptanz.

Die wollen doch nur helfen

Roboter in der Pflege können Transport, Mobilisation oder Dokumentation unterstützen. Die hier genannten Systeme sind überwiegend Forschungs- und Entwicklungsprojekte; sie sind nicht mit einer flächendeckenden Versorgungspraxis gleichzusetzen.

Roboter sind in unserem Leben längst normal

In Industrie und Logistik übernehmen Roboter standardisierte Aufgaben. Pflege ist dagegen von Beziehung, Kommunikation und wechselnden Situationen geprägt. Technik kann Pflegekräfte entlasten, soll persönliche Zuwendung und fachliche Entscheidungen aber nicht ersetzen.

Das Fraunhofer IPA unterscheidet deshalb konkrete Unterstützungsfelder: Transportaufgaben, die Versorgung mit Getränken, Assistenz in der Nachtschicht und technische Hilfen beim Personentransfer. Ob ein System nützt, hängt neben seiner Zuverlässigkeit auch von Sicherheit, Datenschutz, Bedienbarkeit und der Akzeptanz der pflegebedürftigen Menschen sowie der Beschäftigten ab.

Care-O-bot und WiMi-Care

Im Forschungsprojekt WiMi-Care analysierte das Fraunhofer IPA Bedarfe in der stationären Altenpflege und erprobte Serviceroboter für ausgewählte Aufgaben. Zu den Szenarien gehörten automatisierte Transporte und die Unterstützung bei der Getränkeversorgung. Care-O-bot und CASERO waren dabei Forschungsplattformen, keine selbstständig pflegenden Ersatzkräfte.

Solche Systeme können nicht-pflegerische Wege reduzieren. Ob dadurch tatsächlich mehr Zeit für Bewohnerinnen und Bewohner entsteht, muss im jeweiligen Arbeitsprozess geprüft werden.

Assistenz bei Mobilisation und Personentransfer

Das Fraunhofer-Konzept Elevon zielte auf einen multifunktionalen, autonom navigierenden Personenlifter. Es sollte Pflegepersonal beim sicheren Transfer unterstützen. Auch andere medienbekannte Systeme wie der japanische Forschungsprototyp Robear veranschaulichten dieses Einsatzfeld.

Die Beispiele zeigen zugleich die Grenze zwischen Demonstrator und Alltag: Ein Prototyp belegt noch keine sichere, wirtschaftliche oder flächendeckend verfügbare Lösung. Beim Heben und Umlagern bleiben eine fachgerechte Einschätzung, geeignete Hilfsmittel und geschultes Personal entscheidend.

Soziale und emotionale Robotik

Interaktive Systeme wie die Roboterrobbe Paro wurden unter anderem in der Betreuung von Menschen mit Demenz untersucht. Reaktionen können individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Solche Angebote sollten freiwillig, transparent und in ein fachliches Betreuungskonzept eingebettet sein. Sie dürfen weder menschlichen Kontakt vortäuschen noch notwendige Betreuung ersetzen.

Welche Aufgaben sind sinnvoll?

  • Eher geeignet: Transporte, Materialbereitstellung, Erinnerung, Telepräsenz oder körperlich entlastende Assistenz.
  • Nur mit klaren Grenzen: Übungen, Aktivierung und soziale Interaktion, wenn Einwilligung, Aufsicht und individuelle Eignung geklärt sind.
  • Nicht delegierbar: professionelle Verantwortung, komplexe Pflegeentscheidungen, Trost, Beziehung und die Wahrung von Würde und Selbstbestimmung.

Pflege- und Servicerobotik kann also sinnvoll sein, wenn sie an einem realen Bedarf ansetzt und gemeinsam mit Pflegebedürftigen sowie Beschäftigten entwickelt wird. Die zentrale Frage ist nicht, ob Technik Menschen ersetzt, sondern ob sie sichere und bessere Pflege unterstützt.

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Letzte Aktualisierung
27.07.2026
Autor/Autorin
Denise Peikert
Bildgestaltung
Ilona Burgarth

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