Was verdient ein Radiologe?
Das Einkommen in der Radiologie hängt stark von Position, Tarifbindung und Beschäftigungsform ab. Aktuelle Tarifentgelte und Praxisdaten zeigen, warum Klinikgehalt, Praxisertrag und persönliches Einkommen getrennt betrachtet werden müssen.

Die Radiologie (Strahlenheilkunde) ist ein wichtiges Teilgebiet der Medizin.
Das Haupteinsatzgebiet der Radiologie liegt in der Diagnostik. Aber auch in der Therapie (interventionelle Radiologie) gewinnt die Radiologie zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus spielt die Radiologie auch in vielen nicht medizinischen Bereichen in der Analyse und Diagnostik eine wichtige Rolle.
Die Strahlentherapie und die Nuklearmedizin sind zwar mit der Radiologie verwandt, aber eigenständige Fachgebiete.
In der diagnostischen Radiologie unterscheiden wir zwischen Radiographie (Röntgen), Röntgen-Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Ultraschalluntersuchungen (Sonographie). Zur diagnostischen Radiologie gehören auch die Neuroradiologie und die Kinderradiologie.
Die interventionelle Radiologie ist im Vergleich zur konventionellen Radiologie ein junges Teilgebiet, das sich Verfahren der Radiologie für therapeutische und diagnostische Zwecke zunutze macht. Interventionen an den Blutgefäßen machen den Großteil der durchgeführten Eingriffe aus. Dazu zählen sowohl gefäßeröffnende Eingriffe, etwa im Rahmen der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder bei Aneurysmata oder Dissektionen der Hauptschlagader, als auch gefäßverschließende Maßnahmen, zum Beispiel bei massiven Blutungen mit Kreislaufschock. Ein weiterer wichtiger Bereich sind Eingriffe im Bereich der Leber und der Gallenwege.
Dauer der Weiterbildung
Die Weiterbildung ist breit angelegt und umfasst die diagnostischen Methoden (u.a. Röntgen, CT, MRT oder Ultraschall) und auch die Ausbildung in mikrotherapeutischen Verfahren. Nach Abschluss der Weiterbildung besteht die Möglichkeit, sich durch Zusatzweiterbildungen weiter zu spezialisieren (bspw. Kinderradiologie).
Inhaltlich ist die Fachweiterbildung Radiologie fokussiert auf den Erwerb von Fertigkeiten und Erfahrungen u.a. in
- radiologischen Untersuchungsverfahren mit ionisierenden Strahlen und kernphysikalischen Verfahren einschließlich der Befundung
- der Magnetresonanzverfahren einschließlich der Befundung
- der Sonographie einschließlich ihrer Befundung
- den interventionell-radiologischen Verfahren
- Sedierungsmaßnahmen und Behandlung akuter Schmerzzustände
- Erkennung und Behandlung akuter Notfälle
- Grundlagen der Strahlenbiologie und -physik
- Grundlagen des Strahlenschutzes
Von der Weiterbildungszeit können 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung und/oder in der Nuklearmedizin angerechnet werden. Weitere 12 Monate können in Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes angerechnet werden. Die Weiterbildung kann sowohl in Kliniken und Krankenhäusern als auch radiologischen Praxen absolviert werden. Die Weiterbildung in einem Krankenhaus oder einer großen Praxis mit der vollen Weiterbildungsermächtigung ermöglicht eine systematische und breite fachärztliche Qualifikation.
Wichtiger und großer Fachbereich
Die Radiologie ist durch bildgebende Diagnostik und interventionelle Verfahren eng mit vielen medizinischen Fachgebieten verbunden. Nach der Ärztestatistik 2025 der Bundesärztekammer waren zum 31. Dezember 2025 insgesamt 10.370 Ärztinnen und Ärzte im Gebiet Radiologie berufstätig.
- 4.755 arbeiteten ambulant,
- 4.987 stationär,
- 628 in Behörden, Körperschaften oder sonstigen Bereichen.
Von den berufstätigen Radiologinnen und Radiologen waren 3.966 Frauen, entsprechend rund 38,2 Prozent.
Altersstruktur und Nachfolge
Die Bundesärztekammer weist für Ende 2025 in der Radiologie 1.693 Berufstätige in der Altersgruppe 60 bis 65 Jahre und 870 über 65 Jahre aus. Zusammen sind das rund 24,7 Prozent der berufstätigen Radiologinnen und Radiologen. Nachfolgefragen bleiben damit relevant, besonders bei kapitalintensiven Praxen.
Praxisübernahmen in der Radiologie erfordern wegen der technischen Ausstattung eine sorgfältige Finanzierung und Bewertung. Der ausgewiesene Praxis-Reinertrag darf dabei nicht mit dem persönlichen Einkommen einzelner Praxisinhaberinnen und -inhaber gleichgesetzt werden.
Gehälter Radiologie in Kliniken
Die Vergütung angestellter Ärztinnen und Ärzte hängt von Arbeitgeber, Tarifbindung, Qualifikation, übertragener Verantwortung und Berufserfahrung ab. Für kommunale Krankenhäuser gelten im TV-Ärzte/VKA eigene Tätigkeitsmerkmale: Eine Oberarzt- oder leitende Oberarztfunktion folgt nicht allein aus der Stellenbezeichnung, sondern setzt die tariflich beschriebene, ausdrücklich übertragene Verantwortung voraus.
Monatliche Tabellenentgelte nach TV-Ärzte/VKA vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026:
- Ärztin/Arzt, 1. Tätigkeitsjahr (EG I/1): 5.722,05 Euro brutto
- Fachärztin/Facharzt, 1. bis 3. fachärztliches Tätigkeitsjahr (EG II/1): 7.552,19 Euro brutto
- Fachärztin/Facharzt nach drei vollendeten Jahren, ab dem 4. Tätigkeitsjahr (EG II/2): 8.185,40 Euro brutto
- Oberärztin/Oberarzt, 1. bis 3. Tätigkeitsjahr in EG III: 9.459,56 Euro brutto
- Oberärztin/Oberarzt nach drei vollendeten Jahren, ab dem 4. Tätigkeitsjahr (EG III/2): 10.015,53 Euro brutto
- Leitende Oberärztin/leitender Oberarzt beziehungsweise ständige Chefarztvertretung (EG IV/1): 11.127,50 Euro brutto
Die Werte stammen aus der offiziellen Entgelttabelle. Bereitschafts- und Rufdienste können das Monatsbrutto erhöhen; eine pauschale Steigerung um 20 bis 40 Prozent lässt sich aus dem Tarifvertrag nicht ableiten.
Leitende Positionen: Chefärztliche Vergütungen werden häufig außertariflich und individuell vereinbart. Ohne eine belastbare, aktuelle Erhebung lässt sich für leitende Radiologinnen und Radiologen keine allgemeingültige Jahresspanne angeben.
Verdienst niedergelassener Radiolog*innen
Für die Niederlassung ist zwischen Praxiseinnahmen, Aufwendungen, Reinertrag und persönlichem Einkommen zu unterscheiden. Der Reinertrag bezieht sich auf die Praxis und ist weder Nettogewinn noch automatisch das Einkommen einer einzelnen Inhaberin oder eines einzelnen Inhabers.
Umsätze, Kostenstrukturen und Reinertrag in Arztpraxen
Die Kostenstrukturstatistik 2024 des Statistischen Bundesamtes fasst Praxen der Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie zusammen. Je Praxis wurden im Durchschnitt 3,675 Millionen Euro Einnahmen, 2,388 Millionen Euro Aufwendungen und 1,287 Millionen Euro Reinertrag ausgewiesen.
Reinertrag ist nicht gleich persönliches Nettoeinkommen. Der Wert bezieht sich auf eine Praxis, nicht auf eine einzelne ärztliche Person. Bei Berufsausübungsgemeinschaften verteilt er sich auf mehrere Inhaberinnen und Inhaber. Zudem sind unter anderem Aufwendungen für die Praxisübernahme und die persönliche Alters-, Invaliditäts-, Hinterbliebenen- und Krankenversicherung nicht vollständig als Praxisaufwand erfasst.
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