Gehalt Kinderarzt: Was verdienen Kinderärzte/Kinderärztinnen?

Der Alltag von Kinderärzten/Kinderärztinnen ist komplex und vielseitig. Neben einer fundierten Ausbildung sind Empathie und Geschick im Umgang mit Kindern unerlässlich.

Eine Kinderärztin führt die Anamnese durch.

Kinderärzte und Kinderärztinnen  sind für die Basisversorgung von Kindern und Jugendlichen zuständig. Kinder- und Jugendmediziner haben es im Arbeitsalltag mit unterschiedlichen Krankheitsbildern zu tun. Ähnlich wie Allgemeinmediziner  oder Fachärzte der Inneren Medizin müssen Sie über ein breites Fachwissen verfügen. 

Das Aufgabengebiet von Kinderärzten und Kinderärztinnen erfordert eine umfassende und breite Aus- und Weiterbildung. Aufgrund des breiten Behandlungsspektrums haben sich eine Reihe von wichtigen Teilgebieten entwickelt, die für die Behandlung und Therapie von Erkrankungen wichtig sind.

Statistische Eckdaten Kinder- und Jugendmedizin

Die Ärztestatistik der Bundesärztekammer weist zum 31. Dezember 2025 unter der Gebietsbezeichnung Kinder- und Jugendmedizin 17.650 berufstätige Ärztinnen und Ärzte aus. Davon waren 8.659 ambulant und 7.402 stationär tätig; weitere arbeiteten unter anderem bei Behörden, Körperschaften oder in sonstigen Bereichen.

Kinderärzte/-ärztinnen: Schwerpunkt ambulante Versorgung

Die Kinder- und Jugendmedizin ist sowohl ambulant als auch stationär stark vertreten. Bezogen auf alle 17.650 berufstätigen Ärztinnen und Ärzte dieser Gebietsbezeichnung arbeiteten Ende 2025 rund 49 Prozent ambulant und rund 42 Prozent stationär. Die übrigen entfielen auf Behörden, Körperschaften und sonstige Tätigkeitsbereiche.

Vorsorgeuntersuchungen und viele akute Erkrankungen werden ambulant behandelt. Kinderkliniken und pädiatrische Abteilungen übernehmen insbesondere stationär behandlungsbedürftige und komplexe Fälle.

Frauenanteil in der Kinder- und Jugendmedizin hoch

Der Frauenanteil ist in der Kinder- und Jugendmedizin hoch. Laut Bundesärztekammer waren Ende 2025 insgesamt 11.546 der 17.650 berufstätigen Ärztinnen und Ärzte dieser Gebietsbezeichnung Frauen; das entspricht rund 65 Prozent.

Im Jahr 2025 wurden 790 neue Anerkennungen in der Kinder- und Jugendmedizin registriert, davon 658 für Ärztinnen. Die Statistik zeigt damit auch beim Nachwuchs einen hohen Frauenanteil.

Gehalt Kinderarzt/Kinderärztin in Kliniken

Was Ärztinnen und Ärzte in Kliniken verdienen, hängt vor allem von Arbeitgeber, Tarifvertrag, Position und anrechenbarer Berufserfahrung ab. Für kommunale Krankenhäuser ist der TV-Ärzte/VKA ein wichtiger Referenztarif.

Vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026 gelten dort folgende monatliche Grundentgelte:

  • Ärztinnen und Ärzte im ersten Jahr (Entgeltgruppe I, Stufe 1): 5.722,05 Euro.
  • Fachärztinnen und Fachärzte im ersten bis dritten Jahr der fachärztlichen Tätigkeit (Entgeltgruppe II, Stufe 1): 7.552,19 Euro; nach drei abgeschlossenen Jahren, also ab dem vierten Jahr, 8.185,40 Euro.
  • Oberärztinnen und Oberärzte bei tariflich entsprechender Verantwortung (Entgeltgruppe III, Stufe 1): 9.459,56 Euro; nach drei abgeschlossenen Jahren 10.015,53 Euro.
  • Leitende Oberärztinnen und Oberärzte als ständige Vertretung der Chefärztin oder des Chefarztes (Entgeltgruppe IV, Stufe 1): 11.127,50 Euro.

Die tarifliche Eingruppierung richtet sich nach den übertragenen Aufgaben, nicht allein nach dem Stellentitel. Bereitschafts- und Rufdienste können das Monatsbrutto erhöhen; eine pauschale Steigerung um 20 bis 40 Prozent lässt sich aus dem Tarifvertrag nicht ableiten.

Gehalt leitender Ärztinnen und Ärzte

Chefärztinnen und Chefärzte fallen bei individuell vereinbarten Arbeitsbedingungen regelmäßig nicht unter den TV-Ärzte/VKA. Ihre Vergütung wird einzelvertraglich vereinbart und hängt unter anderem von Verantwortung, Einrichtung, Standort und variablen Bestandteilen ab. Eine allgemeingültige Gehaltsspanne lässt sich aus amtlichen Daten nicht belastbar ableiten.

Einkommen als niedergelassener Kinderarzt/Kinderärztin 

Bei niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzten muss zwischen Praxiseinnahmen, Praxisaufwendungen, Reinertrag der Praxis und persönlichem Einkommen unterschieden werden.

Nach der Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes erzielten Praxen der Kinder- und Jugendmedizin 2023 im arithmetischen Mittel Einnahmen von 626.000 Euro, Aufwendungen von 334.000 Euro und einen Reinertrag von 292.000 Euro. Die jeweiligen Mediane lagen bei 492.000 Euro, 273.000 Euro und 243.000 Euro.

Der Reinertrag entspricht weder dem Gewinn der Praxis noch dem persönlichen Einkommen einer Praxisinhaberin oder eines Praxisinhabers. Unter anderem Aufwendungen für Praxisübernahme und persönliche Vorsorge sind darin nicht berücksichtigt; bei Gemeinschaftspraxen verteilt sich der Reinertrag zudem auf mehrere Inhaberinnen und Inhaber.


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