Impfskepsis

Impfen ist von entscheidender Bedeutung, um Krankheiten zu verhindern, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und zur Eindämmung von Ausbrüchen beizutragen.

Die lange Pinocchio-Nase symbolisch für eine verfehlte Impfkommunikation der Politik.

Impfskepsis reicht von einzelnen Fragen und dem Wunsch nach mehr Informationen bis zur grundsätzlichen Ablehnung von Impfungen. Zweifel sollten weder pauschal abgewertet noch mit unbelegten Behauptungen beantwortet werden. Eine sachliche Beratung betrachtet die konkrete Impfung, das individuelle Erkrankungsrisiko, mögliche Nebenwirkungen und die aktuelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Warum Menschen Impfungen skeptisch sehen

Die Gründe sind unterschiedlich: persönliche Erfahrungen, Sorge vor Nebenwirkungen, widersprüchliche Informationen, Misstrauen gegenüber Institutionen, eine geringe Wahrnehmung des Erkrankungsrisikos oder praktische Hürden beim Zugang zu Impfangeboten. Die Corona-Pandemie hat diese Fragen zusätzlich politisiert. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass alle skeptischen Menschen dieselben Motive haben.

Hilfreich ist ein Gespräch, in dem konkrete Fragen geklärt werden. Verlässliche Informationen benennen Nutzen und bekannte Risiken, unterscheiden zeitliche Zusammenhänge von nachgewiesenen Ursachen und lassen Raum für eine informierte Entscheidung. Bei Impfungen mit gesetzlich geregelten Nachweispflichten müssen zusätzlich die geltenden Vorgaben beachtet werden.

Impfskepsis bei Kinderkrankheiten

Bezeichnungen wie „Kinderkrankheit“ sagen nichts über die mögliche Schwere einer Erkrankung aus. Masern sind beispielsweise hochansteckend und können unter anderem Lungen- oder Gehirnentzündungen verursachen. Impfentscheidungen für Kinder sollten deshalb auf aktuellen STIKO-Empfehlungen und einer individuellen kinderärztlichen Beratung beruhen, nicht auf der Annahme, eine Infektion sei grundsätzlich harmlos oder für die Entwicklung notwendig.

Für bestimmte Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen gilt nach dem Masernschutzgesetz ein Nachweis über ausreichenden Masernschutz oder eine medizinische Ausnahme. Das ist keine allgemeine Pflicht zu allen Impfungen. Welche Nachweise im Einzelfall erforderlich sind, erläutern die Einrichtung und das zuständige Gesundheitsamt.

Was gilt bei der Sechsfachimpfung für Babys?

Die Sechsfachimpfung schützt Säuglinge gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B. Die STIKO empfiehlt sie als Standardimpfung im Säuglingsalter. Zeitpunkt und Impfschema richten sich nach der aktuellen Empfehlung und der individuellen Situation des Kindes.

Eltern, die zwischen Nutzen und möglichen Nebenwirkungen abwägen, sollten die Fragen mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprechen. Das RKI-Faktenblatt zur Sechsfachimpfung erklärt die geschützten Krankheiten, das Impfschema und häufige Reaktionen. Eine pauschale Antwort ohne Kenntnis von Alter, Vorerkrankungen und bisherigen Impfungen ersetzt diese Beratung nicht.

Impfstoffe wirken – und können Nebenwirkungen haben

Kein medizinischer Eingriff ist völlig risikofrei. Impfstoffe werden vor der Zulassung geprüft und danach weiter überwacht. Häufige Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder vorübergehendes Fieber sind von seltenen schwerwiegenden Nebenwirkungen zu unterscheiden. Ob eine Impfung empfohlen wird, beruht auf einer Abwägung von Nutzen und Risiken für die jeweilige Zielgruppe.

Für die Bewertung einzelner Impfungen sind die aktuelle STIKO-Empfehlung, Informationen des Robert Koch-Instituts, des Paul-Ehrlich-Instituts und ein persönliches ärztliches Gespräch geeignete Grundlagen. Meldungen über Verdachtsfälle sind wichtig für die Arzneimittelsicherheit, belegen für sich allein aber noch keinen ursächlichen Zusammenhang.

Informierte Entscheidungen statt Druck oder Verharmlosung

Vertrauen entsteht durch nachvollziehbare Informationen, offene Kommunikation und die Bereitschaft, Unsicherheiten zu benennen. Druck, Spott und pauschale Schuldzuweisungen können Gespräche erschweren. Ebenso problematisch ist es, Erkrankungsrisiken oder mögliche Nebenwirkungen zu verharmlosen.

Der Valmedi-Beitrag „Wie stehst du zur Impfpflicht?“ behandelt die gesellschaftliche Debatte gesondert. Hier steht dagegen im Mittelpunkt, wie Impfskepsis eingeordnet und eine konkrete Impfentscheidung auf verlässlicher Grundlage vorbereitet werden kann.


Finde die passende Stelle im Gesundheitswesen

Zur Jobsuche

Karriere im Gesundheitswesen? Hier finden Sie passende Stellenangebote! Entdecken Sie unsere Jobbörse und lassen Sie sich von spannenden Jobangeboten inspirieren.

Zur Jobsuche
Zur Jobsuche