Gehalt Viszeralchirurgie: Was verdienen Viszeralchirurgen?
Erfahre mehr über das Arbeitsgebiet eines Facharztes oder einer Fachärztin in der Viszeralchirurgie. Im Beitrag findest du interessante Daten zur Anzahl der Fachärzte in diesem Bereich, den Verdienstmöglichkeiten und beruflichen Perspektiven.

Arbeitsgebiet Viszeralchirurgie
Die Viszeralchirurgie wird umgangssprachlich oft als Bauchchirurgie und auch als Abdominalchirurgie bezeichnet. Sie umfasst operative Verfahren an Organen des Bauchraums, darunter Speiseröhre, Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz und Gallenblase, sowie Eingriffe am Zwerchfell.
Die Viszeralchirurgie ist auch für die Behandlung von Hernien verantwortlich, einschließlich Leisten-, Nabel- und Narbenbrüchen. Sie deckt sowohl die Behandlung akuter Erkrankungen wie Darmverschluss, Entzündungen oder Verletzungen durch Unfälle ab als auch die Behandlung chronischer Zustände, Tumore, Fehlbildungen und Verwachsungen.
Die Philosophie der Viszeralchirurgie (und in der Tat der meisten Bereiche der modernen Chirurgie) bevorzugt minimal-invasive Verfahren, wann immer dies möglich und angemessen ist. Minimal-invasive Verfahren, auch bekannt als "Schlüssellochchirurgie" oder endoskopische Chirurgie, zielen darauf ab, den Körper so wenig wie möglich zu traumatisieren, um das Risiko von Komplikationen zu reduzieren und die Erholungszeit zu verkürzen.
Es gibt in der Viszeralchirurgie eine Vielzahl von Anwendungen für diese Technik:
- Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase)
- Appendektomie (Entfernung des Wurmfortsatzes)
- Hernienreparatur
- Gewichtsverlustchirurgie (z.B. Magenband, Magenbypass)
- Entfernung von Teilen des Magens, des Darms oder der Leber
- Reparaturen oder Entfernungen in der Speiseröhre
Ärztestatistik Viszeralchirurgie
Die Ärztestatistik der Bundesärztekammer führt die Facharztbezeichnungen „Viszeralchirurgie“ und die ältere Schreibweise „Visceralchirurgie“ getrennt. Zum 31. Dezember 2025 waren 3.903 Ärztinnen und Ärzte unter „Viszeralchirurgie“ und 1.142 unter „Visceralchirurgie“ berufstätig, zusammen 5.045.
Von diesen 5.045 Fachärztinnen und Fachärzten arbeiteten 423 ambulant und 4.432 stationär. Bezogen auf die Summe beider Bezeichnungen entspricht das rund 8 Prozent ambulant und rund 88 Prozent stationär; weitere Tätige entfielen auf Behörden, Körperschaften und sonstige Bereiche.
Die Bundesärztekammer weist für beide Bezeichnungen zusammen 1.790 berufstätige Ärztinnen aus, also rund 35 Prozent. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 433 neue Anerkennungen erfasst, davon 187 für Ärztinnen.
Was verdienen Viszeralchirurgen in Krankenhäusern?
Das Gehalt von Ärztinnen und Ärzten in kommunalen Krankenhäusern richtet sich häufig nach dem TV-Ärzte/VKA. Entscheidend sind die übertragenen Aufgaben, die tarifliche Entgeltgruppe und die anrechenbare Berufserfahrung; die Fachrichtung allein bestimmt das Tabellenentgelt nicht.
Vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026 gelten folgende monatliche Grundentgelte:
- Ärztinnen und Ärzte im ersten Jahr (Entgeltgruppe I, Stufe 1): 5.722,05 Euro.
- Fachärztinnen und Fachärzte im ersten bis dritten Jahr der fachärztlichen Tätigkeit (Entgeltgruppe II, Stufe 1): 7.552,19 Euro; nach drei abgeschlossenen Jahren 8.185,40 Euro.
- Oberärztinnen und Oberärzte bei tariflich entsprechender Verantwortung (Entgeltgruppe III, Stufe 1): 9.459,56 Euro; nach drei abgeschlossenen Jahren 10.015,53 Euro.
- Leitende Oberärztinnen und Oberärzte als ständige Vertretung der Chefärztin oder des Chefarztes (Entgeltgruppe IV, Stufe 1): 11.127,50 Euro.
Bereitschafts- und Rufdienste können das Monatsbrutto erhöhen. Eine pauschale Steigerung um 20 bis 40 Prozent lässt sich aus dem Tarifvertrag nicht ableiten, weil Vergütung und Freizeitausgleich von Dauer, Zeitpunkt, Belastungsstufe und tatsächlichen Einsätzen abhängen.
Gehälter leitender Ärzte/Ärztinnen
Chefärztinnen und Chefärzte mit individuell vereinbarten Arbeitsbedingungen fallen regelmäßig nicht unter den TV-Ärzte/VKA. Ihre Vergütung wird einzelvertraglich vereinbart und hängt unter anderem von Verantwortung, Einrichtung, Standort und variablen Bestandteilen ab.
Amtliche Daten liefern keine belastbare allgemeine Gehaltsspanne speziell für leitende Positionen in der Viszeralchirurgie. Konkrete Angebote sollten deshalb anhand von Fixgehalt, variabler Vergütung, Liquidations- oder Poolregelungen und Arbeitszeit verglichen werden.
Einkünfte in der ambulanten Versorgung
Die Viszeralchirurgie ist stark stationär geprägt. Ambulante Tätigkeiten finden unter anderem in Praxen, ambulanten Operationszentren und Medizinischen Versorgungszentren statt; aus der BÄK-Statistik lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ambulant tätige Fachärztinnen und Fachärzte überwiegend zugleich in Kliniken beschäftigt sind.
Die Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes für 2023 weist Viszeralchirurgie nicht mit belastbaren eigenen Einnahmen-, Aufwands- und Reinertragswerten aus. Für die zusammengefasste Gruppe Chirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Neurochirurgie lagen die durchschnittlichen Praxiseinnahmen bei 752.000 Euro, die Aufwendungen bei 428.000 Euro und der Reinertrag bei 325.000 Euro; die Mediane betrugen 553.000 Euro, 291.000 Euro und 251.000 Euro.
Diese Gruppenwerte sind nicht mit dem persönlichen Einkommen einer Viszeralchirurgin oder eines Viszeralchirurgen gleichzusetzen. Der Reinertrag bezieht sich auf die gesamte Praxis und berücksichtigt bestimmte persönliche Vorsorge- und Übernahmekosten nicht.
Berufliche Perspektiven in der Viszeralchirurgie
Die beruflichen Perspektiven in der Viszeralchirurgie sind vielversprechend und bieten attraktive Karrierechancen.
Die hohe Nachfrage nach Viszeralchirurgen und -chirurginnen ergibt sich aus der Vielzahl offener Stellen in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen. Besonders vorteilhaft ist die Zusatzbezeichnung "Spezielle Viszeralchirurgie". Sie zeugt von einer gezielten Weiterbildung und Expertise in diesem speziellen Gebiet und verbessert dadurch die beruflichen Aussichten zusätzlich. Wer eine Karriere in der Viszeralchirurgie anstrebt, kann sich daher auf spannende berufliche Möglichkeiten und vielversprechende Perspektiven freuen.
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