Facharzt-Weiterbildung Kinderkardiologie
Kinder- und Jugend-Kardiologie ist ein Schwerpunkt innerhalb der Kinder- und Jugendmedizin. Auf die fünfjährige Facharztweiterbildung folgt nach der Muster-Weiterbildungsordnung eine zweijährige Schwerpunkt-Weiterbildung.

Überblick Kinderkardiologie
Die Kinderkardiologie befasst sich speziell mit der Diagnose und Behandlung von Herzerkrankungen bei Kindern, sowohl angeborenen als auch erworbenen. Angeborene Herzfehler zählen zu den häufigsten Anomalien bei Neugeborenen und unterscheiden sich erheblich von Herzkrankheiten im Erwachsenenalter, wodurch ein spezielles Wissen und Behandlungserfahrung notwendig sind.
Die enge Zusammenarbeit zwischen KinderkardiologInnen, allgemeinen KardiologInnen und KinderherzchirurgInnen gewährleistet eine umfassende Versorgung der jungen Patienten.
Dies beinhaltet sowohl die diagnostische Kinderkardiologie als auch invasive Behandlungen, wie beispielsweise Herzkatheterbehandlungen, und chirurgische Eingriffe. Durch diese interdisziplinäre Zusammenarbeit können Herzfehler bei Kindern so früh wie möglich erkannt und behandelt werden.
Arbeitsschwerpunkte in der Kinderkardiologie
Ein/e KinderkardiologIn ist ein/e spezialisierte/r Kinder- und Jugendarzt/-ärztin, der/die in der Lage ist, diese Anomalien zu erkennen und zu behandeln. Neben angeborenen Herzfehlern und Herzrhythmusstörungen sind sie auch auf andere Herzerkrankungen spezialisiert. Sie nutzen eine Vielzahl von diagnostischen Werkzeugen, darunter klinische Untersuchungen, Elektrokardiogramme, Herz-Ultraschalluntersuchungen, Katheteruntersuchungen und Kernspintomographien.
Zu den typischen von Kinderkardiologen behandelten Krankheiten gehören unter anderem:
- Angeborene Herzfehler, wie Defekte in den Herzscheidewänden und Engstellen von Herzklappen.
- Komplexe angeborene Herzfehler, wie Fallot'sche Tetralogie und Hypoplastisches Linksherzsyndrom.
- Anomalien der großen Gefäße, wie Aortenisthmusstenose und persistierender Ductus arteriosus.
- Erworbene Herzerkrankungen, wie Myokarditis, Perikarditis und das Kawasaki-Syndrom.
- Herzrhythmusstörungen, wie supraventrikuläre Tachykardien und Long-QT-Syndrome.
Durch ihre Fachkenntnisse und die Anwendung spezifischer Behandlungsmethoden, wie interventionellen Herzkatheteruntersuchungen, können Kinderkardiologen dazu beitragen, das Leben dieser Kinder zu verbessern.
Wo arbeiten Kinderkardiologen?
In der Regel sind Kinderkardiologinnen und Kinderkardiologen sowohl in stationären als auch in ambulanten Einrichtungen tätig, abhängig von den jeweiligen Anforderungen und der Komplexität der Erkrankungen, die sie behandeln.
Stationär arbeiten Kinderkardiologinnen und Kinderkardiologen vor allem in großen, überregionalen Krankenhäusern, die der Schwerpunkt- und Maximalversorgung dienen. Hierzu gehören insbesondere Universitätskliniken, die aufgrund ihrer Ressourcen und Expertise komplexe Fälle behandeln und zugleich führend in der Forschung und Lehre sind. Diese Einrichtungen bieten in der Regel die gesamte Bandbreite der Kinderkardiologie an, von der Diagnose über die Therapie bis hin zur Nachsorge und Rehabilitation.
Ambulante Kinderkardiologinnen und Kinderkardiologen hingegen sind häufig in regionalen Oberzentren oder in Ballungsräumen angesiedelt. In diesen spezialisierten Praxen steht die ambulante Versorgung von Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern im Vordergrund. Die Kinderkardiologinnen und Kinderkardiologen in diesen Praxen arbeiten eng mit den umliegenden Krankenhäusern und anderen medizinischen Dienstleistern zusammen, um eine kontinuierliche und auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmte Betreuung zu gewährleisten.
Weiterbildungsinhalte Kinderkardiologie
Der Schwerpunkt Kinder- und Jugend-Kardiologie baut auf der Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendmedizin auf. Die Facharztweiterbildung umfasst nach der Muster-Weiterbildungsordnung 60 Monate; die anschließende Schwerpunkt-Weiterbildung dauert 24 Monate. Bis zu 12 Monate der Schwerpunktzeit können bereits während der Facharztweiterbildung absolviert werden. Verbindlich sind die Regelungen der zuständigen Landesärztekammer.
Zu den Weiterbildungsinhalten gehören insbesondere Prävention, Diagnostik, konservative und interventionelle Behandlung sowie Nachsorge angeborener und erworbener Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Dazu zählen unter anderem Echokardiographie, Langzeit-EKG und Langzeit-Blutdruckmessung, Belastungsuntersuchungen, die Beurteilung von Herzkatheterbefunden, Rhythmustherapie sowie die interdisziplinäre Planung operativer und interventioneller Verfahren.
Berufliche Perspektiven in der Kinderkardiologie
Kinder- und Jugend-Kardiologinnen und -Kardiologen arbeiten vor allem in spezialisierten Kliniken, Universitätskliniken, Medizinischen Versorgungszentren und Schwerpunktpraxen. Mögliche Entwicklungsschritte sind fachliche Spezialisierung, interventionelle Tätigkeit, Forschung und Lehre sowie Leitungsverantwortung. Stellenangebot und Karriereverlauf unterscheiden sich regional und hängen von Qualifikation, Erfahrung und Versorgungsstruktur ab.
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