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Gehalt Frauenheilkunde: Was verdienen Frauenärzte und -ärztinnen?

In der Frauenheilkunde und Geburtshilfe arbeiten die meisten Fachärztinnen und Fachärzte ambulant. Der Beitrag ordnet aktuelle Tarifgehälter in kommunalen Kliniken sowie amtliche Praxiskennzahlen ein und erklärt, warum Praxisreinertrag nicht mit persönlichem Einkommen gleichzusetzen ist.

Illustration zu Frauenarzt: Diagnose, Therapie und Behandlungen.

Die Frauenheilkunde, auch als Gynäkologie bezeichnet, ist ein auf die Gesundheit von Frauen spezialisiertes Fachgebiet. Es umfasst die Vorbeugung, Diagnose und Behandlung geschlechtsspezifischer Gesundheitsprobleme, von Früherkennung über Tumordiagnostik bis zur Empfängnisverhütung und Kinderwunschberatung. Die Geburtshilfe, die sich auf die Betreuung während der Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett konzentriert, ist ein integraler Bestandteil dieses Fachbereichs. Damit spielt die Frauenheilkunde eine Schlüsselrolle in verschiedenen Lebensphasen einer Frau, von der Jugend bis ins hohe Alter.

Begriffe: Gynäkologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Die Begriffe „Gynäkologie“ und „Frauenheilkunde“ werden weitgehend synonym verwendet. Die Gebietsbezeichnung „Frauenheilkunde und Geburtshilfe“ umfasst Prävention, Diagnostik und Behandlung sowie die Betreuung rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.

Der Begriff "Gynäkologie" ist in medizinischen und wissenschaftlichen Kontexten gebräuchlicher. Beide Begriffe sind jedoch in der medizinischen Fachliteratur und in Patientengesprächen weit verbreitet.

Die Geburtshilfe ist fokussiert auf Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit danach (Wochenbett). Die Gynäkologie und Geburtshilfe wird als ein Fachgebiet behandelt, und Fachärzte und Fachärztinnen in diesem Bereich werden in beiden Teildisziplinen ausgebildet.

Hauptaufgaben und Tätigkeitsbereiche in Gynäkologie und Geburtshilfe

Gynäkologie und Geburtshilfe sind eng miteinander verzahnte Fachbereiche, die gemeinsam ein umfassendes Spektrum der Frauenheilkunde abdecken. Besonders in der ambulanten Versorgung nehmen sie eine zentrale Rolle ein, um Frauen in verschiedenen Lebensphasen medizinisch zu betreuen.

Hauptaufgaben der Gynäkologie

  • Früherkennung und Vorsorge: Regelmäßige Untersuchungen zur frühzeitigen Erkennung von Erkrankungen wie Krebs.
  • Diagnostik und Therapie: Diagnose und Behandlung gynäkologischer Erkrankungen, von Infektionen bis hin zu malignen Tumoren.
  • Empfängnisverhütung: Beratung und Verschreibung von Verhütungsmitteln.
  • Kinderwunsch: Diagnostik und Behandlung bei unerfülltem Kinderwunsch.
  • Wechseljahre: Betreuung und Beratung von Frauen in den Wechseljahren, einschließlich Hormontherapie.
  • Chirurgische Eingriffe: Durchführung operativer Verfahren wie Hysterektomien oder Eingriffe bei Endometriose.

Hauptaufgaben der Geburtshilfe

  • Schwangerschaftsvorsorge: Regelmäßige Untersuchungen und Tests während der Schwangerschaft.
  • Geburtsvorbereitung: Beratung und Vorbereitung auf die Geburt, einschließlich der Auswahl der Geburtsmethode.
  • Geburtsbegleitung: Medizinische Betreuung und Überwachung während der Geburt.
  • Postnatale Betreuung: Versorgung und Überwachung von Mutter und Kind nach der Geburt.
  • Notfallmanagement: Behandlung von Komplikationen bei Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett.

Häufigste Einsatzorte

  • Krankenhäuser: In spezialisierten Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe in Krankenhäusern werden komplexere Fälle behandelt, die intensivere medizinische Betreuung erfordern. Hier kommen Gynäkologen und Geburtshelfer zum Einsatz, um operative Eingriffe vorzunehmen, Hochrisikoschwangerschaften zu überwachen und Notfälle zu behandeln.
  • Arztpraxen: Die meisten Gynäkologen sind in der ambulanten Versorgung, in eigenen Praxen oder Gemeinschaftspraxen tätig. Hier werden vor allem Vorsorgeuntersuchungen, Beratungen zu Empfängnisverhütung und Kinderwunsch sowie kleinere diagnostische und therapeutische Eingriffe vorgenommen.
  • Geburtshäuser: Diese bieten eine Alternative zu Krankenhäusern und sind für Geburten vorgesehen, bei denen keine medizinischen Risiken vorliegen. Geburtshelfer in Geburtshäusern legen Wert auf eine naturnahe und weniger medizinisierte Geburtsatmosphäre. Sie bieten Betreuung während der Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett und arbeiten eng mit Gynäkologen zusammen.

Ärztestatistik Gynäkologie und Geburtshilfe

Zum 31. Dezember 2025 waren laut Ärztestatistik der Bundesärztekammer 19.946 Ärztinnen und Ärzte im Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe berufstätig. Davon arbeiteten 12.246 ambulant (61,4 %) und 6.681 stationär (33,5 %); weitere Tätige entfielen auf Behörden, Körperschaften und sonstige Bereiche.

14.968 der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte waren Frauen, entsprechend 75,0 %. Die Anteile beziehen sich auf die in der Ärztestatistik ausgewiesene Gebietsgruppe und den Stichtag 31. Dezember 2025.

Gehalt in der Gynäkologie und Geburtshilfe in Kliniken und Krankenhäusern 

Für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern gilt im TV-Ärzte/VKA vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026 folgende monatliche Grundvergütung. Die Entgeltgruppe richtet sich nach der tariflich übertragenen Tätigkeit, nicht allein nach einer Stellenbezeichnung.

  • Ärztin/Arzt (EG I), 1. Jahr: 5.722,05 €
  • Ärztin/Arzt (EG I), 4. Jahr: 6.679,58 €
  • Fachärztin/Facharzt (EG II), 1. bis 3. Facharztjahr: 7.552,19 €
  • Fachärztin/Facharzt (EG II), nach drei abgeschlossenen Jahren, also ab dem 4. Facharztjahr: 8.185,40 €
  • Oberärztin/Oberarzt (EG III), 1. bis 3. Jahr in dieser Funktion: 9.459,56 €
  • Oberärztin/Oberarzt (EG III), nach drei abgeschlossenen Jahren: 10.015,53 €
  • Ständige Vertretung der Chefärztin oder des Chefarztes (EG IV), 1. bis 3. Jahr: 11.127,50 €
  • EG IV nach drei abgeschlossenen Jahren: 11.922,95 €

Die EG III setzt die ausdrücklich übertragene medizinische Verantwortung für einen selbstständigen Teil- oder Funktionsbereich voraus; EG IV die ständige Vertretung der Chefärztin oder des Chefarztes in der Gesamtheit der Aufgaben. Bereitschafts- und Rufdienste können das Monatsbrutto zusätzlich erhöhen. Eine allgemeine prozentuale Steigerung lässt sich aus dem Tarifvertrag nicht ableiten. Grundlage ist die amtliche Entgelttabelle der Tarifparteien.

Chefärztliche Vergütungen werden häufig außertariflich und individuell vereinbart. Sie hängen unter anderem von Arbeitgeber, Klinikgröße, Verantwortung und variablen Bestandteilen ab; eine belastbare allgemeine fachgebietsspezifische Gehaltsspanne lässt sich aus amtlichen Daten nicht ableiten.

Einkommen niedergelassener Frauenärzte und -ärztinnen

Nach der Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes lag der Reinertrag 2024 bei Praxen der Frauenheilkunde und Geburtshilfe im arithmetischen Mittel bei 241.000 € und im Median bei 193.000 € je Praxis.

Der Reinertrag entspricht weder dem persönlichen Einkommen der Praxisinhaberinnen und -inhaber noch dem Gewinn der Praxis. Unter anderem sind Aufwendungen für Praxisübernahme sowie persönliche Vorsorge- und Krankenversicherungsbeiträge nicht berücksichtigt; bei mehreren Inhaberinnen oder Inhabern verteilt sich der Betrag zudem auf mehrere Personen.

Fazit

Frauenheilkunde und Geburtshilfe bieten Tätigkeitsfelder in Klinik und Praxis. Für die Einordnung der Verdienstmöglichkeiten müssen tarifliches Tabellenentgelt, mögliche Dienstvergütungen und Praxisreinertrag getrennt betrachtet werden.

Wer sich für die Fachweiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe interessiert, findet dazu mehr Informationen auf unserem Blogpost “Fachweiterbildung Frauenheilkunde und Geburtshilfe: Lerninhalte und Arbeitsschwerpunkte”. Der Beitrag konzentriert sich auf die Weiterbildungsinhalte, die Struktur der Weiterbildung sowie die Karrierechancen.

Letzte Aktualisierung
11.09.2026
Autor/Autorin
valmedi Redaktion
Bildnachweis
shutterstock_2015990270

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe

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