Gehalt Rheumatologie: Was verdient ein Rheumatologe?

Die Rheumatologie ist eine internistische Spezialdisziplin mit Tätigkeiten in Klinik, Rehabilitation und Praxis. Der Beitrag ordnet aktuelle Tarifgehälter im kommunalen Krankenhaus ein und zeigt, welche Aussagen amtliche Daten zu Beschäftigung und Praxiserträgen zulassen.

Die Illustration zeigt Ärzte und Ärztinnen die sich um die Diagnose rheumatischer Erkrankungen bemühen.

Die Rheumatologie ist eine hochspezialisierte und eher kleine Subdisziplin der Inneren Medizin. Sie befasst sich mit der Diagnose und Behandlung von entzündlichen Erkrankungen, die sowohl den Bewegungsapparat als auch innere Organe und das Nervensystem betreffen können. Im Gegensatz zum allgemeineren Begriff "Rheuma", der im Volksmund für eine Vielzahl von Beschwerden verwendet wird, fokussiert die Rheumatologie auf ein eng definiertes Spektrum an Krankheitsbildern. 

In diesem Blogpost richten wir den Fokus auf das Gehalt in der Rheumatologie in Kliniken und die Verdienstmöglichkeiten im niedergelassenen Bereich.

Ärztestatistik Rheumatologie

Zum 31. Dezember 2025 waren laut Ärztestatistik der Bundesärztekammer 570 Ärztinnen und Ärzte mit der aktuellen Gebietsbezeichnung Innere Medizin und Rheumatologie berufstätig. Historische Schwerpunkt- und Teilgebietsbezeichnungen führt die amtliche Tabelle separat; sie werden hier nicht mit der aktuellen Gebietsbezeichnung vermischt.

Von den 570 Berufstätigen arbeiteten 255 ambulant (44,7 %) und 301 stationär (52,8 %). 332 waren Frauen, entsprechend 58,2 %. Weitere Tätige entfielen auf Behörden, Körperschaften und sonstige Bereiche.

In der stationären Medizin sind Rheumatologen vorwiegend in Spezialkliniken oder großen Einrichtungen der Schwerpunkt- und Maximalversorgung tätig. Zudem arbeiten viele Rheumatologen in der stationären Rehabilitation. Im ambulanten Sektor sind Rheumatologen überwiegend in spezialisierten Praxen tätig.

Gehalt während der Facharztweiterbildung Rheumatologie

Die Weiterbildung in Rheumatologie erfolgt häufig in Krankenhäusern und Kliniken. An kommunalen Krankenhäusern richtet sich das Grundentgelt nach dem TV-Ärzte/VKA; ambulante Arbeitgeber vereinbaren die Vergütung außerhalb dieses Tarifbereichs individuell.

Die folgenden monatlichen Grundentgelte für Ärztinnen und Ärzte (EG I) im TV-Ärzte/VKA gelten vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026. Die Stufen bezeichnen Zeiten in der Entgeltgruppe; anrechenbare Vorzeiten und die Einstufung bei Einstellung sind gesondert zu prüfen. Grundlage ist die aktuelle Entgelttabelle.

  • 1. Jahr: 5.722,05 €
  • 2. Jahr: 6.046,42 €
  • 3. Jahr: 6.278,07 €
  • 4. Jahr: 6.679,58 €
  • 5. Jahr: 7.158,37 €
  • 6. Jahr: 7.355,29 €

Gehälter von Fach- und Oberärzten in der Rheumatologie in Kliniken

Nach abgeschlossener Weiterbildung gelten höhere Entgeltgruppen. Die tarifliche Oberarzt-Eingruppierung setzt ausdrücklich übertragene medizinische Verantwortung für einen selbstständigen Teil- oder Funktionsbereich voraus; die Stellenbezeichnung allein genügt nicht.

Fachärztinnen und Fachärzte (EG II)

  • ab 1. Jahr: 7.552,19 €
  • ab 4. Jahr: 8.185,40 €
  • ab 7. Jahr: 8.741,40 €
  • ab 9. Jahr: 9.065,74 €
  • ab 11. Jahr: 9.382,33 €
  • ab 13. Jahr: 9.698,91 €

Oberärztinnen und Oberärzte (EG III)

  • ab 1. Jahr: 9.459,56 €
  • ab 4. Jahr: 10.015,53 €
  • ab 7. Jahr: 10.810,95 €

Ständige Vertretung der Chefärztin oder des Chefarztes (EG IV)

  • ab 1. Jahr: 11.127,50 €
  • ab 4. Jahr: 11.922,95 €

EG IV setzt die ausdrücklich übertragene ständige Vertretung in der Gesamtheit der chefärztlichen Aufgaben voraus. Bereitschafts- und Rufdienste können das Monatsbrutto erhöhen, eine allgemeine prozentuale Steigerung lässt sich aus dem Tarifvertrag aber nicht ableiten.

Gehälter leitender Rheumatologen in Kliniken

Für Führungspositionen in der Medizin, insbesondere für leitende Ärzte und Chefärzte in der Rheumatologie, sind die Gehälter in der Regel individuell verhandelbar und nicht an Tarife gebunden. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Gehaltshöhe, darunter der Tätigkeitsbereich, die Größe und Art der Einrichtung sowie die geografische Lage.

Chefärztliche Vergütungen werden häufig außertariflich und individuell vereinbart. Sie hängen unter anderem von Arbeitgeber, Klinikgröße, Verantwortung und variablen Bestandteilen ab. Amtliche Daten liefern keine belastbare allgemeine Spanne speziell für Rheumatologie oder einen verlässlichen Vergleich zwischen Akutklinik und Rehabilitation.

Einkommen von niedergelassenen Rheumatologen

Die aktuelle Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes weist rheumatologische Praxen nicht als eigenes Fachgebiet aus. Der veröffentlichte Wert für Innere Medizin ist deshalb kein belastbarer Ersatz für rheumatologische Praxen.

Praxisreinertrag ist zudem weder persönliches Einkommen noch Praxisgewinn: Persönliche Vorsorge- und Krankenversicherungsbeiträge sowie Aufwendungen für eine Praxisübernahme sind unter anderem nicht berücksichtigt, und bei mehreren Inhaberinnen oder Inhabern verteilt sich der Reinertrag auf mehrere Personen.


Letzte Aktualisierung
11.09.2026
Autor/Autorin
valmedi Redaktion
Bildnachweis
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