Was verdienen Urologen?
Was Urologinnen und Urologen verdienen, hängt von Weiterbildung, Position, Tarifbindung und Beschäftigungsform ab. Klinikgehälter, außertarifliche Leitungsvergütung und der Reinertrag einer Praxis müssen dabei klar voneinander getrennt werden.

Die Urologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit Erkrankungen und Funktionsstörungen des Harntraktes bei Frauen und Männern sowie der männlichen Geschlechtsorgane beschäftigt. Hierzu zählen beispielsweise Blasenentzündungen, Nierensteine, Prostataerkrankungen und Harninkontinenz.
In diesem Blogpost wird beleuchtet, welches Einkommen Urologen in Deutschland erzielen können. Untersucht werden die Gehälter während der Facharztweiterbildung, die Einkommen von Fach- und Oberärzten in Kliniken, das Gehalt leitender Urologen und das Einkommen niedergelassener Urologen.
Wie viele Urologen/Urologinnen gibt es in Deutschland?
Nach der Ärztestatistik 2025 der Bundesärztekammer waren zum 31. Dezember 2025 insgesamt 6.858 Ärztinnen und Ärzte im Gebiet Urologie berufstätig. Davon arbeiteten 3.571 ambulant, 2.932 stationär und 355 in Behörden, Körperschaften oder sonstigen Bereichen.
1.643 der berufstätigen Urologinnen und Urologen waren Frauen, entsprechend rund 24,0 Prozent.
Gehalt während der Facharztweiterbildung Urologie
Die Facharztweiterbildung erfolgt häufig an tarifgebundenen Krankenhäusern. An kommunalen Kliniken richtet sich das Tabellenentgelt nach TV-Ärzte/VKA; andere Träger können eigene Tarifverträge anwenden. Im ambulanten Bereich wird die Vergütung individuell vereinbart.
TV-Ärzte/VKA vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026, EG I:
- 1. Tätigkeitsjahr: 5.722,05 Euro brutto monatlich
- 2. Tätigkeitsjahr: 6.046,42 Euro
- 3. Tätigkeitsjahr: 6.278,07 Euro
- 4. Tätigkeitsjahr: 6.679,58 Euro
- 5. Tätigkeitsjahr: 7.158,37 Euro
- 6. Tätigkeitsjahr: 7.355,29 Euro
Bereitschafts- und Rufdienste werden zusätzlich nach den tariflichen Regeln vergütet. Die tatsächliche Monatsvergütung hängt von Anzahl, Dauer, Lage und Bewertung der Dienste ab.
Gehälter von Fach- und Oberärzten in der Urologie
Die Eingruppierung richtet sich nicht allein nach dem Stellentitel:
- EG II setzt eine abgeschlossene Facharztweiterbildung und entsprechende fachärztliche Tätigkeit voraus.
- EG III gilt für Oberärztinnen und Oberärzte nur bei ausdrücklich übertragener medizinischer Verantwortung für einen selbstständigen Teil- oder Funktionsbereich.
- EG IV betrifft die dauerhaft übertragene ständige Vertretung der Chefärztin oder des Chefarztes in der Gesamtheit der Aufgaben.
- Anerkannte Vorzeiten und besondere Einstellungsregeln können die individuelle Stufenzuordnung beeinflussen.
Monatliche Tabellenentgelte vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026:
- Fachärztin/Facharzt, 1. bis 3. fachärztliches Tätigkeitsjahr (EG II/1): 7.552,19 Euro
- Fachärztin/Facharzt nach drei vollendeten Jahren, ab dem 4. Tätigkeitsjahr (EG II/2): 8.185,40 Euro
- Fachärztin/Facharzt ab dem 7. Tätigkeitsjahr (EG II/3): 8.741,40 Euro
- Fachärztin/Facharzt ab dem 9. Tätigkeitsjahr (EG II/4): 9.065,74 Euro
- Fachärztin/Facharzt ab dem 11. Tätigkeitsjahr (EG II/5): 9.382,33 Euro
- Fachärztin/Facharzt ab dem 13. Tätigkeitsjahr (EG II/6): 9.698,91 Euro
- Oberärztin/Oberarzt, 1. bis 3. Tätigkeitsjahr in EG III: 9.459,56 Euro
- Oberärztin/Oberarzt nach drei vollendeten Jahren, ab dem 4. Tätigkeitsjahr (EG III/2): 10.015,53 Euro
- Oberärztin/Oberarzt ab dem 7. Tätigkeitsjahr (EG III/3): 10.810,95 Euro
- Ständige Chefarztvertretung/leitende Oberarztfunktion (EG IV/1): 11.127,50 Euro
- EG IV nach drei vollendeten Jahren, ab dem 4. Tätigkeitsjahr: 11.922,95 Euro
Die Werte und Stufen folgen dem TV-Ärzte/VKA und der offiziellen Entgelttabelle.
Gehälter leitender Urologen und Urologinnen
Chefärztliche Vergütungen werden regelmäßig außertariflich und individuell vereinbart. Sie hängen unter anderem von Arbeitgeber, Klinikgröße, Verantwortungsumfang, fachlichem Profil und variablen Vergütungsbestandteilen ab. Eine allgemeingültige Jahresspanne für die Urologie lässt sich aus offiziellen Tarif- oder Entgeltstatistiken nicht belastbar ableiten.
Einkommen von niedergelassenen Urologen
Die Kostenstrukturstatistik 2024 des Statistischen Bundesamtes weist für urologische Praxen durchschnittlich 837.000 Euro Einnahmen, 424.000 Euro Aufwendungen und 413.000 Euro Reinertrag je Praxis aus.
Der Reinertrag ist nicht mit dem persönlichen Nettoeinkommen gleichzusetzen. Er bezieht sich auf die Praxis und verteilt sich bei Berufsausübungsgemeinschaften auf mehrere Inhaberinnen und Inhaber. Zudem sind unter anderem Aufwendungen für Praxisübernahmen und die persönliche Vorsorge nicht vollständig als Praxisaufwand erfasst.
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