Facharzt-Weiterbildung Rheumatologie

Die Rheumatologie verbindet internistische Diagnostik, langfristige Betreuung und immunmodulierende Therapien. Die Weiterbildung eröffnet Tätigkeiten in Akutkliniken, Rehaeinrichtungen und spezialisierten Praxen.

Die Illustration zeigt den Rücken einer Person mit rheumatologisch neuralgischen Stellen.

Die Rheumatologie ist eine Facharztkompetenz im Gebiet Innere Medizin. Sie konzentriert sich auf die Diagnose und Behandlung entzündlich-rheumatischer, immunologischer und weiterer muskuloskelettaler Erkrankungen.

Die geschützte Bezeichnung lautet Facharzt beziehungsweise Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie. Die Bundesärztestatistik führt aktuelle und ältere rheumatologische Bezeichnungen in getrennten Zeilen; eine pauschale Ambulanzquote über alle Bezeichnungen wäre deshalb ohne offengelegte Abgrenzung missverständlich.

Dieser Beitrag informiert über Arbeitsgebiet, Struktur und Inhalte der Weiterbildung sowie berufliche Perspektiven.

Arbeitsschwerpunkt Rheumatologie

Rheuma ist ein Oberbegriff für rheumatische Erkrankungen, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen. Die Ursachen sind vielfältig, teils entzündlich und autoimmun bedingt, teils nicht-entzündlich durch Verschleiß oder Verletzungen.

Die rheumatischen Erkrankungen lassen sich in fünf Hauptkategorien einteilen:

  • Autoimmunbedingte, entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie bspw. rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew oder Psoriasis-Arthritis.
  • Verschleißbedingte rheumatische Erkrankungen: Diese umfassen hauptsächlich Arthrosen.
  • Stoffwechselstörungen mit rheumatischen Beschwerden: Hierzu zählen Gicht, Kristallablagerungskrankheiten, hormonelle und endokrine Gelenkerkrankungen wie bspw. Diabetes mellitus.
  • Rheumatische Erkrankungen der Weichteile: Beispiele sind Fibromyalgie, Sehnenansatzreizungen wie Tennisellbogen und Schleimbeutelentzündungen.
  • Chronische Knochenerkrankungen (Osteopathien).

Facharztweiterbildung Rheumatologie: Dauer und Struktur

Die aktuelle MWBO sieht 72 Monate Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin vor. Der frühere Begriff der Basisweiterbildung Innere Medizin beschreibt den gemeinsamen internistischen Einstieg nur noch ungenau. Davon müssen 36 Monate in Innerer Medizin und Rheumatologie und 24 Monate in Innerer Medizin oder in mindestens zwei weiteren Facharztkompetenzen des Gebiets abgeleistet werden. Zusätzlich sind jeweils sechs Monate in der Notfallaufnahme und in der Intensivmedizin vorgeschrieben.

Neben den Pflichtzeiten in Notfallaufnahme und Intensivmedizin müssen insgesamt 24 Monate in der stationären Patientenversorgung liegen, davon 18 Monate in Innerer Medizin und Rheumatologie. Weiterbildungszeiten sind unter Befugnis an anerkannten Weiterbildungsstätten zu absolvieren. Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Schwerpunkte der Weiterbildung

Die Weiterbildung umfasst Diagnostik, Therapie und Langzeitbetreuung entzündlich-rheumatischer Gelenkerkrankungen, Kollagenosen, Vaskulitiden, autoinflammatorischer Syndrome und weiterer muskuloskelettaler Erkrankungen.

  • klinische Untersuchung des Bewegungsapparates und Aktivitätsbeurteilung
  • rheumatologische Labor- und Bilddiagnostik einschließlich Sonografie
  • Gelenkpunktionen, Injektionen und weitere Interventionen
  • immunmodulatorische und immunsuppressive Behandlungen
  • Schmerztherapie, Hilfsmittelversorgung und Rehabilitation
  • interdisziplinäre Versorgung und strukturierte Patientenschulung

Grundgehalt während der Facharztweiterbildung Rheumatologie

Für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Geltungsbereich des TV-Ärzte/VKA beträgt das monatliche Tabellenentgelt in Entgeltgruppe I vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026:

  • 1. Jahr: 5.722,05 €
  • 2. Jahr: 6.046,42 €
  • 3. Jahr: 6.278,07 €
  • 4. Jahr: 6.679,58 €
  • 5. Jahr: 7.158,37 €
  • 6. Jahr: 7.355,29 €

Je nach Träger, Geltungsbereich, Wochenarbeitszeit und individueller Vereinbarung können andere Werte gelten. Zusatzentgelte für Dienste sind nicht im Tabellenentgelt enthalten.

Berufliche Perspektiven in der Rheumatologie

Rheumatologinnen und Rheumatologen arbeiten in Akutkrankenhäusern, Fach- und Rehabilitationskliniken sowie Arztpraxen. Dienstmodelle und Planbarkeit unterscheiden sich je nach Einrichtung; Rehabilitationskliniken haben häufig andere Versorgungsabläufe als Akutkrankenhäuser.

In der Niederlassung leisten Rheumatologen ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Behandlung chronischer rheumatischer Erkrankungen. Rheumatologinnen und Rheumatologen arbeiten sowohl ambulant als auch stationär; die Bundesärztestatistik trennt dabei mehrere aktuelle und historische Bezeichnungen. 

Die Rheumatologie bietet Tätigkeitsmöglichkeiten in Akutversorgung, Rehabilitation, Forschung und ambulanter Langzeitbetreuung.


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