Basisweiterbildung Innere Medizin
Der Begriff „Basisweiterbildung Innere Medizin“ wird noch häufig verwendet, stammt aber aus älteren Weiterbildungsordnungen. Heute gelten je nach Facharztkompetenz und Landesärztekammer unterschiedliche Zeit- und Kompetenzvorgaben.

Der Begriff „Basisweiterbildung Innere Medizin“ stammt aus älteren Weiterbildungsordnungen und wird weiterhin für den gemeinsamen internistischen Einstieg verwendet. Maßgeblich ist jedoch immer die aktuell geltende Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.
Nach der Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer (MWBO 2018, Stand 3. Juli 2026) ist die Weiterbildung nicht mehr als eigenständiger 36-monatiger „Common Trunk“ aufgebaut. Für die Facharztanerkennung Innere Medizin sind mindestens 60 Monate vorgesehen; die Anforderungen der internistischen Schwerpunktkompetenzen unterscheiden sich davon.
Weshalb ist die Basisweiterbildung im Fachbereich Innere Medizin wichtig?
Der gemeinsame internistische Kompetenzerwerb vermittelt die Grundlage für Diagnostik, Akutversorgung und langfristige Behandlung. Er hilft Ärztinnen und Ärzten außerdem, verschiedene internistische Facharztkompetenzen kennenzulernen und die weitere Spezialisierung fundiert zu planen.
Orientierung für angehende Fachärzte
Rotationen durch unterschiedliche internistische Bereiche geben Einblick in Krankheitsbilder, Arbeitsweisen und Versorgungsformen. Welche Zeiten anrechenbar sind, entscheidet die zuständige Landesärztekammer auf Grundlage ihrer Weiterbildungsordnung.
Vielfalt der Facharztkompetenzen
Zum Gebiet Innere Medizin gehören neben der allgemeinen Inneren Medizin unter anderem Angiologie, Endokrinologie und Diabetologie, Gastroenterologie, Hämatologie und Onkologie, Infektiologie, Kardiologie, Nephrologie, Pneumologie und Rheumatologie. Die gemeinsame internistische Weiterbildung schafft hierfür eine breite klinische Basis.
Ablauf und Struktur der Basisweiterbildung Innere Medizin
Für den Facharzt beziehungsweise die Fachärztin für Innere Medizin sieht die MWBO mindestens 60 Monate Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin vor. Davon müssen 48 Monate in Innerer Medizin oder in mindestens zwei verschiedenen Facharztkompetenzen des Gebiets absolviert werden; innerhalb dieser Zeit sind 30 Monate stationäre Patientenversorgung vorgesehen. Hinzu kommen jeweils sechs Monate in der Notfallaufnahme und in der Intensivmedizin.
Für Facharztkompetenzen wie Innere Medizin und Rheumatologie gelten eigene Zeitmodelle. Deshalb ist die frühere pauschale Aussage einer für alle internistischen Wege identischen 36-monatigen Basisweiterbildung nicht mehr aktuell. Landesrechtliche Regelungen können von der MWBO abweichen; verbindlich sind die Vorgaben der zuständigen Ärztekammer.
Weiterbildungsinhalte in der internistischen Weiterbildung
Zu den gemeinsamen Kompetenzen gehören die Erkennung und Behandlung internistischer Erkrankungen, Notfall- und intensivmedizinische Maßnahmen, Prävention und Gesundheitsberatung, palliativmedizinische Basisversorgung, Arzneimitteltherapie sowie die Einordnung diagnostischer Befunde.
- Akutdiagnostik und Therapie internistischer Leitsymptome
- kardiopulmonale Reanimation und intensivmedizinische Basismaßnahmen
- Elektrokardiografie, Langzeit-EKG und Langzeitblutdruckmessung
- Sonografie und weitere gebietsbezogene Diagnostik
- Infusions-, Transfusions- und Ernährungstherapie
- interdisziplinäre, psychosoziale und palliativmedizinische Versorgung
- Beurteilung von Arbeitsfähigkeit, Erwerbsminderung und Pflegebedürftigkeit
- Prävention, Impfberatung und Suchtprävention
- fachgebundene genetische Beratung und Einordnung genetischer Befunde
- Behandlung infektiologischer Krankheitsbilder
- Therapie von Stoffwechselentgleisungen und Organfunktionsstörungen
- Punktions- und Katheterisierungstechniken
- enterale und parenterale Ernährung
- Indikationsstellung und Interpretation von Röntgen-Thorax-Untersuchungen
- Krisenintervention unter Berücksichtigung psychosozialer Zusammenhänge
In der Notfall- und Intensivmedizin gehören unter anderem die Behandlung von Schock, respiratorischer Insuffizienz, akutem Nierenversagen, Sepsis und Intoxikationen sowie Reanimation, Atemunterstützung und zentrale Gefäßzugänge zum Kompetenzerwerb. Umfang und Richtzahlen ergeben sich aus dem Logbuch der zuständigen Kammer.
Die diagnostischen Kompetenzen reichen von EKG, Ergometrie und Langzeitmessungen bis zur Sonografie von Schilddrüse, Abdomen, Nieren und Gefäßen. Hinzu kommen die Befundinterpretation, die differenzierte Arzneimitteltherapie und die Versorgung chronisch kranker Menschen.
Auch kommunikative und koordinierende Aufgaben sind Teil der Weiterbildung: Ärztinnen und Ärzte beraten zu Prävention und gesundheitsfördernder Lebensführung, koordinieren interdisziplinäre Behandlungen und begleiten Patientinnen und Patienten bei chronischen, geriatrischen oder palliativen Erkrankungen.
Die MWBO beschreibt einen bundesweiten Orientierungsrahmen. Rechtsverbindlich wird die Weiterbildung erst durch die jeweilige Landesärztekammer; deshalb sollten Ärztinnen und Ärzte vor einem Stellenwechsel prüfen, welche Zeiten, Rotationen und Kompetenzen dort anerkannt werden.
Weitergehende Spezialisierung: Facharztkompetenzen der Inneren Medizin
Nach dem gemeinsamen internistischen Kompetenzerwerb kann die Weiterbildung zur allgemeinen Inneren Medizin oder zu einer kombinierten internistischen Facharztkompetenz führen. Zu den Spezialisierungen gehören:
- Kardiologie
- Gastroenterologie
- Endokrinologie und Diabetologie
- Nephrologie
- Pneumologie
- Rheumatologie
- Hämatologie und Onkologie
- Angiologie
- Infektiologie
Berufliche Perspektiven in der Inneren Medizin
Die Innere Medizin ist der größte medizinische Fachbereich und bietet ein breites Spektrum an Subspezialisierungen. Diese Vielfalt erlaubt Ärzten, sich in einem Bereich ihrer Wahl zu vertiefen und ihre Karriere entsprechend zu gestalten.
In der ambulanten Medizin bieten sich gute Perspektiven für Internisten und Hausärzte. Ihre Rolle ist zentral in der primären Gesundheitsversorgung und bei der Betreuung von Patienten mit chronischen Erkrankungen.
Im stationären Sektor sind Fachärzte der Inneren Medizin in allgemeinen medizinischen Abteilungen, in der Intensivmedizin, der Notfallmedizin und in der Rehabilitation gefragt.
Die Innere Medizin bietet vielfältige Tätigkeitsfelder in Klinik, Praxis und Rehabilitation. Die konkrete Stellensituation und regionale Auswahl hängen von Facharztkompetenz, Berufserfahrung und Arbeitsmarkt ab.
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